Ennenda Oberdorf, Häuserzeile im geschützten Ortsbild • Foto Landesarchiv
Ennenda Oberdorf, Häuserzeile im geschützten Ortsbild • Foto Landesarchiv
Kirchweg Ennenda
Kirchweg Ennenda

Kanton

Historische Dorfkerne sollen entwickelt werden

Der Kanton Glarus führt die Hausanalyse «Espace Suisse» ein und sucht geeignete Altbauten, bei welchen das Potential einer Sanierung gegenüber einem Ersatzneubau ermittelt werden soll.

Ziel der «Hausanalyse Espace Suisse» https://bit.ly/395ynk1 ist es, bereits in einer ersten Phase eines Bauvorhabens die Möglichkeiten einer Weiterentwicklung aus Sicht des historischen Baubestands zu ermitteln. Eigentümer von Altbauten sollen die Möglichkeit erhalten, vor einer Baueingabe das Potenzial eines Erhalts sowohl aus räumlicher als auch ökonomischer Sicht zu ermitteln. Damit können günstige Alternativen zum ressourcenintensiven und für das Ortsbild oft nachteiligen Ersatzneubau aufgezeigt werden.

Testphase: Wohnen im Altbau

Die Hausanalyse von EspaceSuisse, dem Schweizer Verband für Raumplanung, wird als Instrument zur qualitativ hochwertigen Nachverdichtung historischer Dorfkerne in mehreren Kantonen erfolgreich eingesetzt. Die Fachstelle Denkmalpflege und Ortsbildschutz des Kantons Glarus hat mit EspaceSuisse eine Testphase gestartet, in der die Hausanalyse auch im Kanton Glarus etabliert werden soll. Mit der aus wirtschaftlicher Sicht erfreulichen Zunahme der Bautätigkeit im Glarnerland nimmt der Entwicklungsdruck auf die Dorfkerne zu. Dementsprechend steigt auch die Nachfrage nach neuen Wohnnutzungen in alter Bausubstanz.

Vor 1950 erstellte Liegenschaften sind besonders geeignet

Für die Hausanalyse besonders geeignet sind Liegenschaften, die vor 1950 erbaut wurden und aufgrund ihrer unüblichen Grösse oder wegen ihrer komplexen Raumkonstellation eine Herausforderung für die Überführung in eine zeitgemässe Nutzung darstellen. Ebenso eignen sich Liegenschaften, die sich entweder in einem geschützten Ortsbild befinden und ortsbildprägend wirken und/oder vom Umgebungsschutz eines Einzelobjekts in unmittelbarer Nachbarschaft betroffen sind. Objekte, welche auch denkmalpflegerisch relevant sind (Schutzobjekte, Inventarobjekte bzw. Verzeichnisobjekte) haben eigene Planungsinstrumente und werden für eine Hausanalyse nur in Ausnahmefällen in Betracht gezogen.

Kostenbeteiligung der öffentlichen Hand

Die Hausanalyse ist für Eigentümer und Behörden eine wichtige Entscheidungsgrundlage und bietet ein präzises und effizientes Planungsinstrument zu vergleichsweise geringen Kosten. Das Honorar beträgt in der Regel 6000 Franken und wird zu mindestens einem Drittel von der öffentlichen Hand übernommen. Ab Januar 2021 können sich Eigentümer einer entsprechenden Liegenschaft direkt bei der Fachstelle Denkmalpflege und Ortsbildschutz https://bit.ly/36hooq3 bewerben und die Qualifikation ihrer Liegenschaft für den Einsatz der «Hausanalyse EspaceSuisse» prüfen lassen.

Autor

Departement Bildung und Kultur

Kategorie

  • Glarus

Publiziert am

21.01.2021

Webcode

glarneragenda.ch/GghGvb