Clint McKoy auf unsplash.com
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Am Aktionstag «Verkehrswende jetzt!» trotzten die Teilnehmenden der Nässe und der Kälte, als sie sich am Bahnhof Netstal auf den Weg ins Gelände machten.  Bild: Werner Beerli-Kaufmann
Am Aktionstag «Verkehrswende jetzt!» trotzten die Teilnehmenden der Nässe und der Kälte, als sie sich am Bahnhof Netstal auf den Weg ins Gelände machten. Bild: Werner Beerli-Kaufmann
Am «Tatort» Netstal erfuhren die Teilnehmenden mehr über die landschaftlichen Auswirkungen des Umfahrungsprojekts, zum Beispiel durch einen elf Meter hohen Wall. Die Strasse soll 2040 eröffnet werden.  Bild: Werner Beerli-Kaufmann
Am «Tatort» Netstal erfuhren die Teilnehmenden mehr über die landschaftlichen Auswirkungen des Umfahrungsprojekts, zum Beispiel durch einen elf Meter hohen Wall. Die Strasse soll 2040 eröffnet werden. Bild: Werner Beerli-Kaufmann
Stippvisite am «Tatort» Näfels: Die Umfahrung bringt den Abbruch von zwei Bauern-höfen sowie die Zerstörung eines beliebten Naherholungsgebiets mit sich.  Bild: Werner Beerli-Kaufmann
Stippvisite am «Tatort» Näfels: Die Umfahrung bringt den Abbruch von zwei Bauern-höfen sowie die Zerstörung eines beliebten Naherholungsgebiets mit sich. Bild: Werner Beerli-Kaufmann

Politik, Regionale News, Gesellschaft & Leute

Glarus – der Pionierkanton für intelligente Mobilität

Am Samstag organisierten lokale Gruppen in der ganzen Schweiz Anlässe und Aktionen, um auf eine Kehrtwende bei der Lösung für die Strassenverkehrsproblematik aufmerksam zu machen. Das Netzwerk zukunftsfähige Mobilität Glarus nutzte diesen Rahmen, um eine Petition an den Regierungsrat des Kantons Glarus zu lancieren.

An 15 Orten in der Schweiz fanden am 17. September 2022 unter dem gemeinsamen Motto «Verkehrswende jetzt!» Aktionen und Veranstaltungen statt. Im Glarnerland trotzten gut 25 Menschen der Nässe und Kälte und machten sich mit dem Velo auf den Weg ins Gelände. Bei den Unterbergen in Netstal und beim Tankgraben in Näfels erfuhren sie mehr über die geplanten Umfahrungsprojekte und deren Auswirkungen auf die Landschaft, das Verkehrsaufkommen in den Dörfern und die Landwirtschaftsbetriebe. Während die Eröffnung der Umfahrung Näfels inzwischen für 2035 angekündigt ist, ist es für Netstal das Jahr 2040. Bis zur vermeintlichen Lösung dauert es also rund 20 Jahre.

Petition an den Regierungsrat des Kantons Glarus
Am Aktionstag lancierten die Organisatoren eine Petition zuhanden des Glarner Regierungsrats. Diese fordert ein Umdenken in der Lokalpolitik, welches das Strassenverkehrsproblem jetzt anpackt. Aktuell wird nur auf den Bau neuer Strassen gewartet, welche Dörfer wie Näfels um höchstens 40 bis 50 Prozent entlasten. Weil die hohe Belastung der Dörfer also ohne weitere Massnahmen bestehen bleibt, schlägt die Petition vor, Glarus als Pionierkanton für intelligente Mobilitätsformen zu positionieren. Dabei soll der Regierungsrat die heutigen und künftigen Mobilitätsbedürfnisse aller Verkehrsteilnehmenden anerkennen – vom motorisierten Individualverkehr über den ÖV bis zum Velo- und Fussverkehr. Die Unterschriftensammlung läuft bis Ende November 2022.

Petition «Glarner Verkehrswende jetzt»
«Wir wollen, dass sich Glarus als Pionierkanton für intelligente Mobilität positioniert und jetzt wirksame Massnahmen dazu ergreift.»
Unterschriftenbogen zum Download und Ausdruck auf www.mobil.gl und Online-Unterzeichnung auf www.campax.org

Pioniergeist wecken
Laut Petition soll der Regierungsrat im Kanton Glarus Entwicklungen fördern und in Lösungen investieren, die den Menschen in den nächsten 20 Jahren konkret nützen. Er soll mit dem Bund als Eigentümer der heutigen Strasse durch Näfels und Netstal bis Glarus neue Mobili-tätsformen testen. Die entstehende Dynamik soll den Glarner Pioniergeist sowohl in techni-scher als auch gesellschaftlicher Hinsicht wecken und Problemstellungen des Strassenver-kehrs anpacken.

Mehr als CO2
Der Verkehr verursacht 32 Prozent des Schweizer Treibhausgase oder 13,4 Millionen Ton-nen CO2 pro Jahr. 68,9 Prozent davon stossen private Personenwagen aus. Der Strassenverkehr belastet die Gesundheit mit Lärm, der in der Schweiz jährlich zu 500 Todesfällen führt, sowie mit Luftschadstoffen, zum Beispiel auch bei E-Fahrzeugen durch Reifenabrieb. Wirtschaftlich kritisch sind die 29'050 Staustunden wegen Verkehrsüberlastung sowie die externen Kosten des motorisierten Individualverkehrs von 9,7 Milliarden Franken pro Jahr. Die Verkehrsinfrastruktur verbraucht ein Drittel der Siedlungsfläche, 88 Prozent davon entfallen auf Strassen und Autobahnen. Die Quellen zu diesen Angaben sind in den PDFs unter «Download» verlinkt.

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Publiziert am

19.09.2022

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www.glarneragenda.ch/GMngMS