Ende November erwartet Martina ihr viertes Kind.
Ende November erwartet Martina ihr viertes Kind.

Dies & Das

«Glaris isch off für Nüüs und experimäntiärfreudig!»

An der Hauptstrasse 39 in Glarus hat sie den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und ihr eigenes Geschäft eröffnet. Mit dem Konzept, das sie wählte, gehörte sie vor drei Jahren zu den Pionierinnen der Schweiz: Sie eröffnete einen Coffeeshop. So konnte im «Tinka’s Coffeeshop» von Martina Zakova neben einem (legalen) Joint mit CBD-freiem Cannabis auch eine ganz eigene Welt aus Natur, Spiritualität und Gemütlichkeit genossen werden. Nun hat Martina ihr Geschäft weitergegeben – es wird ein Coffeeshop bleiben.

«Für mich ging mit der Eröffnung meines Coffeeshops ein grosser Traum in Erfüllung», sagt Martina gleich zu Beginn. Und während ihr draussen auf dem Trottoir auf einem ihrer gemütlichen Holzbänke die Sonne auf den Bauch – einen Babybauch – scheint, fügt sie hinzu: «Es war eine unvergessliche, wunderschöne Zeit. Ich hatte eine wunderbare Kundschaft!».

Martina Zakova war als Wirtin in Glarus vor der Eröffnung ihres Coffeeshops mindestens so unbekannt wie ihr Geschäftsmodell. Zwar lebte sie damals schon seit vier Jahren mit ihrer Familie im Hinterklöntal, aber grosse Verbindungen zum Leben in der Innenstadt hatte sie nicht. Ob sie deswegen den Versuch mit «Tinka’s Coffeeshop» wagte? «In Glarus kann man auch einmal etwas ausprobieren», findet Martina. Zwar sei der Glarner Kunde Neuem gegenüber anfangs oft skeptisch, doch früher oder später gebe er sich dann aber einen Ruck: «Ich darf auf eine sehr treue, gute, familiäre und vielfältige Kundschaft zurückblicken mit vielen Stammgästen, zu denen auch zahlreiche ‹Dorf-Originale› gehören», sagt sie stolz.

Ihr Geschäft war ursprünglich als Mischung aus Café und Bar gedacht. Zum Znüni Kaffee und Gipfeli und zum Feierabend ein kühles Bier und Drinks. Und eben einen Joint, eine Zigarre oder eine Zigarette. Mit ihrer wachsenden Kundschaft hat sich dann auch Martinas Geschäftsmodell verändert – vom Tagescafé zum Barbetrieb. «Der Coffeeshop konnte sich in den vergangenen drei Jahren richtig gut etablieren, am Wochenende war praktisch immer voll», erzählt sie. Klar, man müsse sich diesen Status erarbeiten, sagt sie, aber die Glarner Kundschaft entlohne einem reich, wenn man Durchhaltevermögen zeige und an seine Geschäftsidee glaube.

Nun hat sich die Situation erneut verändert. Ende November erwartet Martina ihr viertes Kind. Sie freut sich sehr darauf, auch wenn dies für sie bedeutet, dass sie ihren Realität gewordenen Traum in neue Hände geben muss. Und sie ist sogar fündig geworden. Tinka’s Coffeeshop hat zwei neue, jun-ge Kräfte gefunden, die Martinas Idee weiterleben wollen. Ja, der Name wird ändern, und ja, auch das Interieur wird ändern, aber das Konzept wird bleiben. Das freut Martina ganz besonders.

«Ich berüüä nüüt!», sagt die gebürtige Tschechin abschliessend und die grosse Dankbarkeit, begleitet von etwas Wehmut über den Schlussstrich unter die letzten drei Jahre, strahlt aus ihrem zufriedenen, glücklichen Gesicht. Sie ist froh, dass sie der Erfüllung ihres Traums eine Chance gegeben hat und dass sie von Glarus die wohlwollende, herzliche Aufnahme ihres Angebotes erfahren durfte. Ja, in Glarus könne man eben wirklich auch einmal etwas ausprobieren, wiederholt sie.

Häsch gwüsst? Unser Erlebnis-Tipp
Der Sommer ist immer noch voll da – geniessen Sie ihn, solange er uns noch erfreut! Darum: Laue Sommerabende aussuchen, nach Glarus kommen und die vielen gemütlichen Gartenbeizli, sonnenverwöhnten Terrassen und Sitzgelegenheiten im Grünen der Glarner Gastronomen geniessen. Dazu – oder danach – oder beides – ein feines Glace. Im Restaurant Ihrer Wahl, von der Milchzentrale Gössi, von einem der beiden Glace-Stände beim L’Angolo dei sapori und vor der Markthalle. Gut sind sie alle!

Quelle: Glarner Woche vom 26.08.2020 (vgl. Download)

#üsersglaris

Autor

Machergruppe des Projektes «ZUKUNFT INNENSTADT»

Kategorie

  • Ostschweiz

Publiziert am

26.08.2020

Webcode

glarneragenda.ch/8T3RJH