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Glarus

Sehnsüchte erforschen

LA*MI*LA*SI collective ist ein Tanz- und Performance Kollektiv, gegründet 2021 durch die Zürcher Choreografin und Performerin Andrea Frei. "Sehnsuchtskollektionen" heisst das neuste choreografische Projekt. Premiere ist am 13. Oktober im Tanzhaus Zürich, am 11. und 18. Juni finden im "Freiraum" in Ennenda Bewegungs-Workshops zum Erforschen der eigenen Sehnsüchte statt.

Das LA*MI*LA*SI collective ist ein Tanz- und Performance Kollektiv, gegründet 2021 durch die Zürcher Choreografin/Performerin Andrea Frei, TanzPlan Ost Associated Artist 2021/22.

Im Zentrum des neusten Projekts «Sehnsuchtskollektionen» steht die Erforschung von Sehnsüchten. «Sehnsucht» kommt vom mittelhochdeutsch «sehnsut» und meint die Krankheit eines schmerzlichen Verlangens.  Ein inniges Verlangen nach Personen, Sachen, Zuständen oder Zeitspannen. Die Verbindung zur Gefühlswelt besteht darin, dass der Gegenstand der Sehnsucht nicht erreicht werden kann. Menschen können sich vor lauter Sehnsucht «verzerren», was zu psychopathologischen Zügen führen kann. Es geht immer um etwas, das anderswo sein kann und abwesend ist. Die Sehnsucht kann auch die Zeit zwischen dem Begehren und Erwerben sein. Schliesslich kann auch die Natur das Prinzip des Sehnens repräsentieren, die sogenannte «Natursehnsucht», die sich z.B. in der Landflucht manifestiert. Menschen wollen wieder vermehrt aufs Land ziehen, weil sie dort zu finden glauben, wonach sie suchen.

Ein halbes Jahr für das neue Projekt
Im Zeitraum von April bis Oktober 2022 erarbeitet das LA*MI*LA*SI collective ein choreografisches Projekt mit dem Titel «Sehnsuchtskollektionen». Die  Premiere findet am 13. Oktober im Tanzhaus Zürich statt.

Dabei  werden unterschiedliche kleinere, alltägliche Sehnsüchte, die sich emotional aber auch physisch manifestieren erforschrt. Beispielsweise die Sehnsucht nach Berührung oder berührt-Werden. Sehnen wir uns nicht nach einer Massage, weil uns der Körper manchmal so weh tut? Die Sehnsucht nach Verbindung mit anderen ist existent.  Wir möchten Gespräche führen, uns mitteilen, zuhören, gehört werden. Oder die Sehnsucht einfach mal nichts tun zu müssen und sich dem ständigen Leistungsdruck zu entziehen.

Bewegungs-Workshops zur Erforschung der Sehnsüchte
Während des Kreationsprozess führt das Kollektiv unterschiedliche Bewegungs-Workshops durch, um solche Sehnsüchte zu erforschen. Die Fragestellung lautet: Wie kommen wir zur Differenzierung zwischen ehrlichen, eigenen Sehnsüchten und internalisierten, gelernten und als erstrebenswert präsentierten Sehnsüchten? Die Teilnehmenden werden eingeladen, mittels Improvisationen und koordinativen Bewegungs- und Atemübungen den eigenen Sehnsüchten nachzuspüren und diese physisch zu erforschen. Über angeleitete Bewegung gelangen die teilnehmenden Personen in einen Austausch über eigentliche und vermeintliche Sehnsüchte. Die Achtsamkeit wird auf den Ebenen Körper und Tanz mit der Auslösung von Emotionen, der Seele als Selbstverständnis der eigenen Existenz und dem Geist als mentale Auseinandersetzung mit dem eigenen Denken, gepflegt. Sich den eigenen Sehnsüchten in dieser Form zu widmen, bedeutet, seine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, diese zu formulieren, physisch zu erforschen und so radikale Selbstfürsorge zu betreiben.

Wie kann der gesellschaftliche Wandel erfolgen?
Daraus resultiert auch die eigentliche Forschungsfrage des Projekts «Sehnsuchtskollektionen». Kann gesellschaftlicher Wandel passieren, wenn wir auf möglichst nachhaltige Weise für uns selbst sorgen, also achtsam sind? Zur Beantwortung dieser Frage hat die Glarner Künstlerlin Jacky Orler ein  Sehnsuchts-Sammelschwein gestaltet, um an verschiedenen Stationen Sehnsüchte zu sammeln. Diese sowie die in den Workshops gesammelten Sehnsüchte unterschiedlichster Menschen - Kinder, ältere Personen, Menschen mit Behinderung - werden anschliessend in Handlungsanleitungen umformuliert. Es entstehen sogenannte choreografische Scores. Diese Scores bilden die Basis für die Bühneninszenierung. Sie werden räumlich, choreografisch und tänzerisch umgesetzt.

So zielt «Sehnsuchtskollektionen» auf das Teilen, Verhandeln, Visualisieren und Zugänglich-Machen von Sehnsüchten, Wünschen und Bedürfnissen.

Wer sind die Protagonisten?

 

 

 Was ist konkret geplant?


 

Die Workshops für Erwachsene im Glarnerland finden statt:

Im Bewegungsworkshop erproben wir gemeinsam, wie sich der Körper durch radikale Selbstfürsoge in Bewegung versetzen lässt, individuell oder kollektiv.

11.6.2022 10 bis 12 Uhr, im Freiraum Ennenda

18.6.2022 10 bis 12 Uhr,  im Freiraum Ennenda

Anmeldungen unter: lamilasi@protonmail.com" >DE;">lamilasi@protonmail.com

Literatur:

Svenja Gräfen, radikale Selbstfürsorge, eine feministische Perspektive, ISBN: 978-3-95910-332-9

Patrizia Collard, das kleine Buch vom achtsamen Leben, Heyne Verlag , Orell Füssli, Bestseller

Eduard Hauser

 

Autor

Kulturblogger Glarus

Kontakt

Hauser Eduard
Blogger
Biäschenstrasse 10
8872 Weesen
hauser.eduard@gmail.com
079 375 81 99

Kategorie

  • Glarus

Publiziert am

02.06.2022

Webcode

www.glarneragenda.ch/3V3XZx