Patrick Rohner: Land Art - Steinzeichnung
Patrick Rohner: Land Art - Steinzeichnung
Patrick Rohner: Land Art - Steinzeichnung
Patrick Rohner: Land Art - Steinzeichnung
Patrick Rohner: Fotocollage
Patrick Rohner: Fotocollage
Patrick Rohner: Wasserzeichnung
Patrick Rohner: Wasserzeichnung
Bergen einer Steinzeichnung
Bergen einer Steinzeichnung

Dies & Das

Patrick Rohner: Steine zeichnen

Der Glarner Künstler Patrick Rohner zeigt im Berghotel Alpenblick – Tenna bis zum 24.10.21 seine Arbeiten «Steine zeichnen» – Fortsetzung der Art Safiental Biennale 2020.

Die Ausstellung „Steine zeichnen“ des Glarner Künstlers Patrick Rohner ist eine Fortsetzung der Art Safiental Biennale 2020 – schon am 19. Oktober 2020 als Blog auf der Glarneragenda dargestellt. Die Ausstellung ist im Berghotel Alpenblick in Tenna GR bis zum 24. Oktober 2021 zu sehen. Wegen der Corona-Situation ist keine Eröffnung geplant worden. Das Hotel ist von Freitag bis Sonntag und auf Anfrage geöffnet.  ILEA Gallery@Berghotel Alpenblick.

Die Arbeiten von Patrick knüpfen an der „Land Art" an. Diese künstlerische Ausrichtung ist Ende der 1960iger Jahre entstanden und ist eine Kunstströmung der bildenden Kunst. In den 60iger Jahren gehörte die Land Art zu den radikalen künstlerischen Konzepten und bildete eine Inspirationsquelle für die Architektur und die Landschaftsarchitektur. Es geht um die Umwandlung von geografischen Räumen in ein Kunstwerk. Die Arbeiten erstrecken sich in kleinen Massstäben bis zu ganzen Landstrichen. Gearbeitet wird mit vorgefundenen Materialen, so wie es Patrick mit „Steine Zeichnen“, praktiziert. Früher war die Land Art durch eine gesellschaftskritische Ausrichtung charakterisiert. Es war die Absicht, dem Besitzbürgertum keine neuen Konsumgüter in Form von Kunst anzubieten. Die Werke sollten weder transportabel, käuflich oder dauerhaft sein. Die Kunst ist selbst zur Landschaft geworden. Mit der später aufkommenden Ökologiebewegung wollte die Land Art ursprünglich nichts zu tun haben. Es ging um Kunst, nicht um Landschaft. Erst die Europäische Naturkunst, zu Beginn der 70iger Jahre, hat sich mit dem zunehmenden Umweltbewusstsein verbunden und ökologische Grundgedanken aufgenommen. Heute wird die Natur als Medium künstlerischer Gestaltung benutzt, nicht als dekorativer Bildhintergrund. Waren früher fotografische oder filmische Dokumentationen verpönt, gehören diese Medien heute zum künstlerischen Handwerkszeug. Heute ist der Einfluss der Natur auf die Kunstwerke sichtbar, wie es auch Patrick mit seinen Arbeiten demonstriert. Witterung oder Wachstum der verwendeten Materialien tragen zur Dynamik und Prozesshaftigkeit der Arbeiten bei. Die Dokumentation, sei es mit Fotografie, Video oder mit der Hilfe von Drohnen, hat einen hohen Stellenwert für die künstlerische Arbeit erhalten.

Patricks Steinzeichnungen sind während der Biennale entstanden. Anfang Sommer 2020 hat der Künstler weisse Büttenpapiere in die Schluchtlandschaft ausgelegt, mit einem grossen Stein beschwert und gut fünf Monate der Witterung ausgesetzt. Im November sind die Blätter frei gelegt worden und die Prozessarbeit beendet. Eingeschwemmte Sedimente, vermischt mit Material aus dem umliegenden Wald-, Fels- und Flussboden haben ihre Spuren hinterlassen. Die Natur hat den Pinsel geführt.

Die Arbeiten „Begehungen“ entstanden aus mehrstündigen Wanderungen im Safiental, in Kombination mit vielen Fotos von der Landschaft und den Topgrafien. Abzüge dieser Fotografien werden anschliessend  zu einem grossen Teppich zusammengefügt.  Neu übernimmt eine Drohne das visuelle Abtasten der Landschaft.

Die Arbeit „Wasserzeichnungen“ entstehen  im Atelier des Künstlers, parallel zu den regelmässig entstehenden Ölgemälden. Über mehrere Monate werden horizontal ausgelegte Papiere mit farbigem Wasser begossen und eingetrocknet. Zufällig entstandene Strukturen und imaginäre Landschaften sind das Ergebnis dieser Arbeiten.

Mit Videos, einer Materialvitrine, einer Handbibliothek, Schaubildern und Texten werden die verschiedenen Zyklen und Arbeitsschritte dem Betrachter nähergebracht. Das Video „Die Natur kennt keine Katastrophen“ untersucht die Folgen der Klimaveränderung. Eine Drohne tastet das Flussdelta des Safientals ab, beim Eintritt in die durch den Flimser Bergsturz gebildete Rheinschlucht. Aufgebaute QR-Codes haben während der Biennale zu den sieben Standorten im Tal geführt, die zur höchsten Stufe der Gefahrenzonen im Kanton Graubünden gehören. Die Aufnahmen werden mit einem Sound-Teppich von Norbert Möslang unterstrichen.

Im Sommer 2021 erscheint die Monografie „Patrick Rohner: "Massenbewegung“ im Vexer Verlag St. Gallen und Berlin. Herausgeber ist das Institut for Land and Environmental Art“.


Autor: Eduard Hauser 

Autor

Kulturblogger Glarus

Kontakt

Hauser Eduard
Blogger
Biäschenstrasse 10
8872 Weesen
hauser.eduard@gmail.com

Kategorie

  • Glarus

Publiziert am

20.01.2021

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glarneragenda.ch/iafxSM