Biggi Slongo Gastrich, Waschhaus, undatiert, Inkjet auf Leinwand / Frau Freuler träumt, undatiert, Inkjet auf Leinwand, Courtesy the artist. Foto: CE
Biggi Slongo Gastrich, Waschhaus, undatiert, Inkjet auf Leinwand / Frau Freuler träumt, undatiert, Inkjet auf Leinwand, Courtesy the artist. Foto: CE
Mirko P. Slongo, Platzhirsch, 2020, Acryl auf Leinwand, Couretsy the artist, Foto: CE
Mirko P. Slongo, Platzhirsch, 2020, Acryl auf Leinwand, Couretsy the artist, Foto: CE
Kunstschaffen Glarus 2020, Kunsthaus Glarus, 2020–2021, Installationsansicht. Biggi Slongo Gastrich, Waschhaus, undatiert, Inkjet auf Leinwand / Frau Freuler träumt, undatiert, Inkjet auf Leinwand / Ballkleid in Höhe, undatiert, Ballkleid, Courtesy the artist. Foto: CE
Kunstschaffen Glarus 2020, Kunsthaus Glarus, 2020–2021, Installationsansicht. Biggi Slongo Gastrich, Waschhaus, undatiert, Inkjet auf Leinwand / Frau Freuler träumt, undatiert, Inkjet auf Leinwand / Ballkleid in Höhe, undatiert, Ballkleid, Courtesy the artist. Foto: CE
Kunstschaffen Glarus 2020, Kunsthaus Glarus, 2020–2021, Installationsansicht. Foto: CE
Kunstschaffen Glarus 2020, Kunsthaus Glarus, 2020–2021, Installationsansicht. Foto: CE

Kultur

«Kunstschaffen Glarus 2020»: Nachbarschaften im Kunsthaus Glarus

In der Ausstellung «Kunstschaffen Glarus 2020» sind derzeit die Arbeiten von Biggi Slongo Gastrich im Treppenhaus in entfernter Nachbarschaft zu der Arbeit im Untergeschoss von Mirko P. Slongo installiert. Dieser nachbarschaftlichen Beziehung widmet Biggi Slongo Gastrich ihren Beitrag.

«Frau Freuler träumt» ist rückwärtsgewandt. Das Werk zeigt eine vergangene, ruhigere Zeit, in der Wünsche mit Rücksicht und Umsicht ersehnt wurden. Im Gegenteil dazu werden im Werk «Platzhirsch», Wünsche zu Bedürfnissen, die in der Schnelllebigkeit unserer Zeit fordernd, sofort und selbstgefällig ausgelebt werden wollen. Unsoziale Verhaltensweisen werden als legitime Bedürfnisse erklärt und ihre Befriedigung so legitimiert.

Der Platzhirsch zeigt die Bemächtigung und das Strapazieren der Natur zum Zweck der Befriedigung der Eigenlust ohne Rücksichtnahme bzw. Wahrnehmung der Anderen. Die Halteposition des Hirschgeweihs als Fahrradlenker, deutet auf das Machogehabe des Rasers, der abgehoben und ohne Wahrnehmung der zauberhaften Natur seinem Trieb nachgeht. Offenbar wollte der Künstler damit aufzeigen, dass der Wert der Natur nur wahrnehmbar ist, in dem man sich ihr besonnen nähert und sich respektvoll auf sie einlässt.

Möglicherweise würde Frau Freuler den «Platzhirsch» dazu auffordern innezuhalten, vom Fahrrad abzusteigen, tief einzuatmen und einfach mal wahrzunehmen wo er sich befindet. Sie würde sich mit ihm an den Waldrand setzen und ihm vom roten Ballkleid erzählen, das sie so ersehnte und ihr ganzes Leben leider nie besass und tragen konnte. Dann würde sie ihn fragen wonach er sich wirklich sehnt und welchen Traum er sich erfüllen möchte. Der Platzhirsch würde nicht lange überlegen und wohl darauf antworten: «Was soll das, alte Frau, ich habe jetzt keine Zeit, ich will durch den Wald rasen!»


Autorin: Biggi Slongo Gastrich
Idee und Redaktion: Anne Gruber, Kunstvermittlung Kunsthaus Glarus

«Kunstschaffen Glarus» findet alle zwei Jahre statt und bringt unjuriert verschiedene künstlerische Positionen mit Bezug zum Glarnerland zusammen. Weitere Ausstellungsansichten oder Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der Webseite des Kunsthaus Glarus. Die Ausstellung «Kunstschaffen Glarus 2020» wird bis zum 14.03.2021 verlängert.

Autor

Kulturblogger Glarus

Kategorie

  • Kunst / Design

Publiziert am

10.02.2021

Webcode

www.glarneragenda.ch/rSbudF