Kunstschaffen Glarus 2020, Kunsthaus Glarus, 2020–2021, Installationsansicht. Im Raum: Martin Stützle, auf die spitze getrieben, 2020, Holz, Hanfseil, Courtesy the artist. Foto: CE
Kunstschaffen Glarus 2020, Kunsthaus Glarus, 2020–2021, Installationsansicht. Im Raum: Martin Stützle, auf die spitze getrieben, 2020, Holz, Hanfseil, Courtesy the artist. Foto: CE
Albert Schmidt, Glärnisch-Ruchen – Im Urmeer geboren, 2018 / Glärnisch-Bächistock – Im Urmeer geboren, 2018 / Glärnisch-Vrenelis Gärtli I – Im Urmeer geboren, 2018 / Glärnisch-Vrenelis Gärtli II – Im Urmeer geboren, 2018, Radierung, Lithografie und Acryl auf Leinwand, Courtesy the artist. Foto: CE
Albert Schmidt, Glärnisch-Ruchen – Im Urmeer geboren, 2018 / Glärnisch-Bächistock – Im Urmeer geboren, 2018 / Glärnisch-Vrenelis Gärtli I – Im Urmeer geboren, 2018 / Glärnisch-Vrenelis Gärtli II – Im Urmeer geboren, 2018, Radierung, Lithografie und Acryl auf Leinwand, Courtesy the artist. Foto: CE
Kunstschaffen Glarus 2020, Kunsthaus Glarus, 2020–2021, Installationsansicht. Im Raum: Martin Stützle, auf die spitze getrieben, 2020, Holz, Hanfseil, Courtesy the artist. Foto: CE
Kunstschaffen Glarus 2020, Kunsthaus Glarus, 2020–2021, Installationsansicht. Im Raum: Martin Stützle, auf die spitze getrieben, 2020, Holz, Hanfseil, Courtesy the artist. Foto: CE
Albert Schmidt, Glärnisch-Bächistock – Im Urmeer geboren, 2018, Radierung, Lithografie und Acryl auf Leinwand, Courtesy the artist. Foto: CE
Albert Schmidt, Glärnisch-Bächistock – Im Urmeer geboren, 2018, Radierung, Lithografie und Acryl auf Leinwand, Courtesy the artist. Foto: CE
Albert Schmidt, Glärnisch-Vrenelis Gärtli I – Im Urmeer geboren, 2018, Radierung, Lithografie und Acryl auf Leinwand, Courtesy the artist. Foto: CE
Albert Schmidt, Glärnisch-Vrenelis Gärtli I – Im Urmeer geboren, 2018, Radierung, Lithografie und Acryl auf Leinwand, Courtesy the artist. Foto: CE

Kultur

«Kunstschaffen Glarus 2020»: Nachbarschaften im Kunsthaus Glarus

In der Ausstellung «Kunstschaffen Glarus 2020» sind derzeit Arbeiten von Albert Schmidt im Obergeschoss in sichtbarer Nachbarschaft zu der Arbeit von Martin Stützle installiert. Dieser nachbarschaftlichen Beziehung widmet Albert Schmidt seinen Beitrag.

Auf einen ersten flüchtigen Blick wirken die beiden Werkgruppen sehr gegensätzlich, sowohl formal als auch bezüglich des Materials. Der Titel von Martin Stüzles Skulptur bzw. Installation: «auf die spitze getrieben» (2020) evoziert aber bereits einen ersten Bezug zu einem Bergmotiv, nämlich zu dessen Spitze als höchstem Punkt seiner Erscheinung. Aber es gibt noch mehr formale und strukturelle Gemeinsamkeiten:
In Stützles Holzskulptur dominieren dynamische Diagonalen mit parallelen Strukturen. Genau solche natürlichen Grundformen der Geometrie kommen auch in einem Berg vor, z.B. in vielen Felswänden.
Der leere Raum zwischen diesen Diagonalen bildet ein schiefes Rhomboid. Er ist daher nicht leer, sondern bildet eine eigenständige Form, als Negativ- Form zwischen den positiven Formdiagonalen der Holzkonstruktion. Solche Dreiecke und Doppeldreieck-Formen kommen auch oft in der Natur vor, z. B. im Aufbau von Bergen.
Stützles Werk wirkt sehr fragil. Es würde gleich zusammenbrechen, wenn man die Seilverspannung löst. Auch dies ergibt einen Bezug zu meinen Bildern. Die Glärnischgipfel sind ja wie das ganze Massiv im Urmeer der Thetis der geologischen Jura- und Kreidezeit entstanden. Mit der Hebung der Alpen und dem daraufhin erfolgenden Abtrag von Gesteinsmaterial durch Erosionen und Verwitterung sind ihre heutigen Formen gestaltet worden, die aber auch nur wenige Millionen Jahre überdauern werden. So lassen sich auch die Berge als fragile Gebilde sehen, einfach über unterschiedlich lange Zeiträume hinweg. Die Erdbeben und Felsstürze in den Glarner Alpen der letzten Jahre haben uns deutlich aufgezeigt, wie dynamisch hier die Naturkräfte immer noch am Werk sind.

Autor: Albert Schmidt
Idee und Redaktion: Anne Gruber, Kunstvermittlung Kunsthaus Glarus

«Kunstschaffen Glarus» findet alle zwei Jahre statt und bringt unjuriert verschiedene künstlerische Positionen mit Bezug zum Glarnerland zusammen. Weitere Ausstellungsansichten oder Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der Webseite des Kunsthaus Glarus. Die Ausstellung «Kunstschaffen Glarus 2020» wird bis zum 14.03.2021 verlängert.

Autor

Kulturblogger Glarus

Kategorie

  • Kunst / Design

Publiziert am

04.02.2021

Webcode

www.glarneragenda.ch/YbMKvh