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Dies & Das

Kultur der Veränderung

Leben bedeutet Veränderung. Die nötigen Anpassungsleistungen an die neuen Herausforderungen sind für Menschen schwierig zu bewältigen, weil sich Ängste und Widerstände manifestieren. Die Pandemie befeuert Veränderungen und die Politik ist im Umfeld der internationalen Beziehungen an einer zentralen Wegkreuzung angekommen.

Leben bedeutet Veränderung. Von uns Menschen wird eine Anpassungsleistung an neue Bedingungen und Voraussetzungen verlangt. Dieser Anforderung steht der Mensch gegenüber, der Veränderungen nicht gerne hat, sich dagegen wehrt und aufsträubt, weil unbewusste Ängste mit den Veränderungen verbunden sind. Widerstände sind das Zeichen, das gesetzt wird. Diese erscheinen als offene oder geschlossene, bewusste oder unbewusste Widerstände. Die aktuelle Zeit ist im Wandel und geprägt vor allem durch offen-bewusst geäusserte Widerstände, die als Renitenz zusammengefasst werden können. Sie äussern sich in Protesten oder Gewaltausbrüchen. Die Ausrichtung auf wesentliche Aspekte des Lebens wie Glaube, Liebe, Hoffnung und Erkenntnis sind zum Teil in Frage gestellt.


Der Gesellschaftsvertrag ist auf die Probe gestellt. Jung und Alt sind in ein konfliktorientiertes Verhältnis eingetreten. Da gibt es die Tatsache, dass immer weniger Junge immer mehr Alte wegen der Überalterung der Gesellschaft finanzieren müssen. Die Langeweile im Lebensstil von Corona-Gegnern ist sprichwörtlich.  Das Geschäftsgebahren hat sich verändert; Raubtierökonomie ist nicht selten.  Die Pandemie trägt ebenso zum Spannungsverhältnis bei. Die Unterschiede in der Gesellschaft nehmen durch die Pandemie zu. Hysterien sind nahe bei neurotischen Störungen, wenn beispielsweise Waldspaziergänger oder Autofahrer allein im Auto Masken tragen. Bisher gültige Kriterien für die Öffnung der Gesellschaft werden ausser Kraft gesetzt und Virologen warnen vor den Folgen oder dem Schuss ins eigene Bein. Abwasseruntersuchungen zeigen- beim gleichzeitigen Rückgang der Tests - dass die offiziellen Fallzahlen deutlich höher sein müssten.  Die Schweiz ist mit der liberalen Handhabung zwischen Öffnung und Schliessung an vorderster Stelle, während umliegende Staaten in den Lockdown gehen. Corona hat die Digitalisierung befeuert und die Nutzung sozialer Medien ist rückläufig.  Langfristige Lösungen fehlen, so dass die „Lösungen“ von heute die Probleme von morgen sind.


Die Jugend ist die Zukunft. Die Verwöhnung in der Erziehung von Helikoptereltern nimmt zu und die Jungen können auf unmittelbare Bedürfnisbefriedigungen nicht mehr verzichten oder diese aufschieben. Es wird gekifft und Drogen sind nahe, mit einem Spitzenplatz in Europa. Die Sicherheitsbedürfnisse sind stark ausgeprägt. Neu ist das nicht. Neu ist aber, dass die Kinder sich nur noch mit dem Helm auf dem Spielplatz bewegen. Littering hat stark zugenommen und Ritalin wird zur Beruhigung der Seelen verabreicht. Die psychischen Probleme wie Depressionen, Ess-Störungen und Suizidversuche nehmen bei den Jungen zu. Parallel wird  die Zunahme des Selbstvertrauens bis zur Arroganz und die fehlende Selbstkritik beobachtet. Die Annahme, die Jungen seien das Hauptopfer der Pandemie stimmt nicht, trotz Vereinsamung, geplatzter Träume, Langeweile oder erschwertem Berufseinstieg. Tatsache ist, dass schon vor der Pandemie 80% der Studierenden Geld von ihren Eltern erhalten haben. Das Umfeld der Privilegierten ist nach wie vor Realität und spiegelt sich bei den Bildungschancen, wo gut verdienende Väter ihre Kinder überdurchschnittlich häufig durch die Maturität und an die Universität bringen. Es ist übertrieben, von „geraubter Jugend“ zu sprechen, auch wenn Experten „mehr Zuhören“ fordern und nach wie vor die Mehrheit der Jungen die Krise mit Ausdauer und Gleichmut überleben. Den übrigen Personen müsste vielleicht wieder einmal gesagt werden, dass sie in ihren Forderungen „alt aussehen“.


Das Gottlieb Duttweiler-Institut hat 2020 bei 1000 Personen zwischen 16 und 74 Jahren eine Umfrage zur Offenheit für Neues durchgeführt. „Ja-Mehrheiten“ über die Altersgrenzen hinaus ergeben sich bei den folgenden Themen:


. „Wenn ich in die Ferien fahre, möchte ich mich vor allem entspannen“


. „Ich nutze Carsharing Dienste“


. „Ich befürworte das bedingungslose Grundeinkommen für alle“


Für gesellschaftliche Entwicklungen interessieren sich nur ältere Personen:


. „Ich interessiere mich für politische und wirtschaftliche Entwicklungen“


. „Es wäre an der Zeit gesellschaftliche Macht- und Besitzverhältnisse gründlich auf den Kopf zu stellen“


Mehr Information unter www.migmag.ch/offenheit


Interessant ist immer die Entwicklung bei der Mode. Ein aktueller Trend bei der Frauenmode ist das Korsett oder die Korsage, schon im 15. Jahrhundert bekannt und als Begriff im 19. Jahrhundert etabliert. Die Betonung des Körpers mittels engem Bekleidungsstück ist in einer freiheitsliebenden Gesellschaft mehr als nur erstaunlich. Weniger erstaunlich ist, dass die Röcke wieder lang geworden sind., weil es einen Zusammenhang zwischen der Rocklänge und der Konjunktur gibt. Abschwung bedeutet lange Röcke und Aufschwung bedeutet kurze Röcke. Immer noch feiert „fast fashion“ Hochkonjunktur. Billigware, aus Viscose mit bedenklichen Arbeitsverhältnissen gefertigt,  ist gefragt. Hauptsache ist der Preis und die rund 20 verschiedenen Neukollektionen pro Jahr. Man kann von Dekadenz sprechen, weil das Vergnügen und der Genuss zentral sind. Der Begriff kann auch mit „schwächeln, verkommen oder Entartung der Lebensgewohnheiten“ übersetzt werden. Fleiss, Demut oder Geduld fehlen, der Konsum, das Ego und die Lust über alles stehen im Zentrum. Für Veränderungen gibt es keinen Platz, weil die Einsicht zur Veränderung, die Motivation etwas anders zu machen und der Druck, dass sich etwas ändern muss fehlt.


Schliesslich ist zu beobachten, dass „neue Glaubensgemeinschaften“ entstanden sind. Basis sind die sogenannt „primitiven Kulturen“, mit der Steuerung der Glaubensinhalte aus dem Unbewussten, dem kollektiv Unbewussten, den Träumen, Archetypen, Dogmen oder Symbolen, die kulturübergreifend beobachtbar sind. Ursprüngliche Einsichten aus dem Unbewussten haben einen hohen Stellenwert. Fake News und Verschwörungstheorien feiern geschätzte Akzeptanz. Die Aufklärung mit dem wissenschaftlichen Ansatz, gesteuert über das Bewusstsein und das kritische Denken – „ich denke, also bin ich“ – wird stärker in Frage gestellt.


Der Umgang mit Veränderungen in der Wirtschaft baut nach wie vor auf guten Voraussetzungen auf. Stabile Zonen wie das Bildungssystem oder die soziale Sicherheit für alle sind wichtig.


Die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit hat leicht nachgelassen, ist aber immer noch auf hohem Niveau und ist ein Grant dafür, dass die Zukunft gesichert werden kann. Gefordert sind disruptive Innovationen, die neue Geschäftsmodelle auslösen und die Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Hintergrund haben. Die Wettbewerbsfähigkeit muss mit der Standortattraktivität in Verbindung gebracht werden, wobei Steuervorteile nicht mehr ausreichen. Gefordert sind die Nähe zu Spitzenuniversitäten und die Verfügbarkeit von Fachkräften. Bei diesen Herausforderungen ist die Schweiz gefordert. Es besteht „Luft nach oben“.


Die Politik ist nach wie vor stark mit dem EU-Rahmenabkommen und den Krankenkassenprämien beschäftigt. Beim Rahmenabkommen schieben sich die Partner wechselseitig die Schuld zu, dass Verzögerungen eintreten und keine klare Antworten auf die drei offenen Punkte existieren. Der Tagesanzeiger portraitiert 12 prominente Positionen. Die Spaltung in der Beurteilung ist sichtbar. Die Befürworter des Rahmenabkommens sehen den EWR, die Weiterentwicklung der Bilateralen oder den EU-Beitritt als weitere Gestaltungsmöglichkeit der EU-Beziehungen. Die Gegner sehen fast ausschliesslich den Abbruch, die Installation eines Schiedsgerichts und die Verletzung der Bundesverfassung als Problemkreise. Die Positionen sind auch mit passenden Typologien gekennzeichnet, wie: „Bestatter, Purist, Überzeugungstäter, Enthusiast, engagierter Experte oder Vater der Bilateralen“. 7 Jahre des Zögerns hat kaum eine Chance auf einen konstruktiven Umgang mit der Veränderung, weil die bestehenden Konfliktlinien weiter bestehen: Gewerkschaft gegen Europafreunde oder die Generation Erasmus gegen die Schweizer Werte. Die „5er und Weggli-Politik“ ist am Ende.  Die neue Unterhändlerin bewegt auch nichts, so dass jetzt die Hoffnung auf das Gespräch auf Ministerebene vom 23.4.21 konzentriert ist.  Das Ergebnis ist das, was wir schon immer wussten. Es bewegt sich nichts. Die Fronten sind verhärtet und Veränderungen finden keine statt.


Das Fazit ist, dass die Langsamkeit der Auslösung von nötigen Veränderungen eine starke Belastung der Wirtschaft und Gesellschaft darstellt. Es herrscht die Kultur der Gemütlichkeit und Gemächlichkeit. Voraussetzungen für die Gestaltung konstruktiver Veränderungen sind vorhanden, die Zeithorizonte dafür sind klar, aber die Aufforderungsgradienten das Richtige richtig zu tun werden immer mehr verpasst. Das Verpassen von Kipp-Punkten, bei denen es kein Retour gibt, führt zu Stress und Nebel im Geist.


Der Witz, publiziert von Jürgen Baumann, im Tagesanzeiger „Der Morgen“- Leserbrief - vom 12.4.21 kann mindestens die Gemüter aufhellen: „Der Nachbarjunge kommt nach Hause und berichtet stolz: „Wir haben jetzt Staatsbürgerkunde“ und er fragt: „Papa – was ist Politik?“ Der Papa sagt: „Schau, ich bringe das Geld nach Hause – ich bin das Kapital. Mama verwaltet es und gibt es auch wieder aus – sie ist die Regierung. Lisa, die Mama hilft, ist die Arbeiterklasse. Der Opa passt auf, dass alles gerecht zu geht – er ist die Gewerkschaft. Und Du bist das Volk und Dein kleiner Bruder die Zukunft“. Der Junge nickt. Des Nachts wacht er auf, weil der kleine Bruder die Hosen voll hat und brüllt. Er will Mama wecken, aber die schläft fest und wacht nicht auf. Papa ist nicht da, denn der liegt im Bett von Lisa und durch das Fenster schaut interessiert der Opa. Der Junge geht sauer wieder ins Bett. Am nächsten Morgen erklärt er: „Ich weiss jetzt, wie Politik geht. Das Kapital missbraucht die Arbeiterklasse, die Regierung schläft, die Gewerkschaft schaut zu. Das Volk wird ignoriert und die Zukunft hängt in der Scheisse“.


Eduard Hauser

Autor

Kulturblogger Glarus

Kontakt

Hauser Eduard
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Kategorie

  • Glarus

Publiziert am

26.04.2021

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