Klaus Born - Portrait
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Buch Malerei
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Künstlerbuch "Erdbild"
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Künstlerbücher
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Arbeit Klaus Born
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Klaus Born Malerei
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Arbeit Klaus Born
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Dies & Das

Künstlerportrait Klaus Born

Der Maler Klaus Born im Portrait: am 17.01.21 zeigt und bespricht er seine Künstlerbücher im Kunsthaus Glarus

Der Maler Klaus Born - *1945 , in Hätzingen -  lebt und arbeitet in Dietlikon und im Piemont. Aus meiner Sicht ist Klaus ein Maler, der seine Kunst seit vielen Jahren im gleichen Stil pflegt. Man kann ihn der abstrakten Kunst zuordnen, auch wenn diese Zuordnung genauer hinterfragt werden muss. Die Abstraktion in der Kunst gibt es seit dem Anfang 1900. Es war der Start sich immer mehr von der Wiedergabe der realen Welt zu entfernen. Die abstrakten Kompositionen die in der reinen Gegenstandslosigkeit organischer und geometrische Formen münden, werden wichtiger. Abstrakte Malerei  - im Sinne von „trennen“ – ist ein Sammelbegriff für verschiedene Strömungen nicht gegenstandsbezogener Malweisen. Es wird ein Ordnen oder Komponieren mit Farben, Kontrasten, Linien und geometrischen Formen ohne absichtlich Abbildung von Gegenständen gepflegt.  In der Abstrakten Malerei hat sich ein Bruch mit einem der Grundprinzipien der historisch gewachsenen abendländischen Malerei vollzogen. Die Arbeiten von Klaus sind intuitiv und gefühlsvoll, leben von der Experimentierfreude und bilden einen Gegenpol zur sinnlich erfahrbaren Welt und zu den Denkprozessen. Die Intuition, als einer der beiden Denkapparate, ist schnell und ungenau. Das logischen Denken ist langsam und orientiert sich stark an den Prinzipien erklärbarer Entscheidungen. Die Malerei von Klaus orientiert sich am Pol des Chaos, nicht an den Ordnungsprinzipien. Die Chaostheorie beschäftigt sich mit Ordnungen in speziellen dynamischen Systemen.  Die zeitlichen Entwicklungen sind nicht vorhersehbar. Die Malerei von Klaus erfüllt diese Charakteristiken mit ihrer Spontaneität und Ausdruckskraft
.
Die Herkunft bestimmt die Gegenwart
Bis zum 17. Altersjahr lebt Klaus im Glarnerland. Er stammt aus einer Textilarbeiter Familie, mit einem Vater der sich als Sonntagsmaler betätigt. Klaus ist das jüngste von drei Kindern. Er gilt als „schwieriger Schüler“. Eigentlich ist sein Berufswunsch Grafiker und lässt sich zum Besuch des Lehrerseminars Unterstrass überreden. In dieser Schule, von Einschränkungen geprägt, lernt er seine spätere Frau kennen. Mathematik ist nicht seine Sache, was sich auch in seiner Kunst manifestiert. Schliesslich beginnt er eine Lehre als Buchhändler im Antiquariat Rohr in Zürich. Die Begegnung mit Gregor Thurner ergibt eine Verbindung zum  Jazz und weckt in ihm die Begeisterung für Zeichnung und Malerei.  Das Lokal Odeon in Zürich, mit Dada Nimbus, läuft parallel mit dem Eintritt in eine Wohngemeinschaft im Seefeld und einer alten Villa in Zollikon. Bei Kellerhals am Pfauen, Zürich startet er seine Buchhändlerkarriere, mitten im kulturrevolutionären Umfeld. Mit der Gestaltung eines Schaufensters am Pfauen, Zürich erregt er Missfallen des Theaterpublikums. 1973 und die folgenden Jahre erfolgt die Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Zürich, in der Fachklasse Zeichnungslehrer. Die Leidenschaft für das Buch und die Künstlerbücher ist geboren. Mit Leidenschaft sammelt er alte Ansichten und übermalt erstmals auch ein ganzes Buch. Dieses Verfahren entwickelt sich im Lauf der Jahre zu seiner Spezialität mit Tiefsinn.  Damit befreit er sich von der Vorlage, der Aussenwelt, dem sichtbaren Gegenstand und schafft sich damit ein neues Bildmittel und Raum für Neues.

Die Abstraktion in der Malerei beginnt und dauert bis in die Gegenwart
Die Malerei beginnt 1981,  bei seinem zweiten Aufenthalt in Rom. Die Farbe gilt als Farbe, grosse Flächen auf grossen Formaten sind das Markenzeichen. Die Inkubation des Werks nimmt viel Zeit in Anspruch. Die ersten Arbeiten werden nie öffentlich gezeigt, erhalten aber Zuspruch von Sammlern. Die Prozesse dieser Art Malerei sind intensiv. Bilder sind nie fertig. Die Arbeiten wechseln ihre Erscheinungen im Licht und antworten dem Innern des Betrachters. Sie besetzen ihren Ort, oft für Jahre, und werden erst bei Verlust schmerzlich vermisst. Seit dem Aufenthalt in Paris von 1996 werden die Bilder noch freier und unbeschwerter oder heller. Horizontale Streifenmuster verweisen zusehends auf Landschaften. Horizontale Bänder tropfen vertikale Farbverläufe ab. Wahrnehmungen orientieren sich manchmal am Wetter. Vor allem das wechselhaft bewölkte Wetter findet in der Malerei seinen Niederschlag. Klaus` Arbeiten erzählen Geschichten, die aus sich selbst heraustreten. Die Bilder erscheinen  innerhalb einer eigenen Logik gemalt. Die jüngsten Arbeiten strahlen eine grosse Ruhe aus, nur ab und zu drängt eine dunkle Farbfläche stark ins Bild. Es wird sichtbar, dass zu früheren Zeiten starke Gesten und Emotionen im Spiel gewesen sind.

In den 80iger Jahren findet ein wichtiger Übergang statt, von der Druckgrafik hin zur Malerei. Diese Zeit wird in den 90iger Jahren abgelöst von einer mehr horizontal und vertikal strukturierten Malerei.  Die Linien und Verläufe in der Kunstgeschichte berühren Klaus kaum, oder nur am Rande. Die Frage nach dem letzten Bild, die sich in der reduktionistischen Malerei der 70iger Jahre stellt, ist 1980 schon kein Thema mehr. Die Fragen, die sich bei der Malerei von Klaus stellen sind: Was macht Farbe?, Was ist eine Form?, Was macht die Farbe mit der Form?, Was ist Hintergrund? Oder: Was ist der Raum der Malerei?

Das Werk von Klaus Born gewinnt endgültig seine Konturen
Nach einer Schaffenskrise gelingt dem Künstler, via Malbücher wie „Erdbild“, die Rückkehr zur produktiven Arbeit. Die abstrakte Bildsprache ist endgültig da und bleibt für die weiteren Jahre. Klaus unterrichtet als Zeichnungslehrer, damit die finanzielle Unabhängigkeit gewahrt werden kann. 1988 folgt eine Museumsausstellung im Kunsthaus in Glarus. Klaus blüht auf. Die Bildwelt wird merklich farbiger und bunter. Auf der neuen Bildstruktur werden Strichraster und Gitter sichtbar. Als ob er seiner Malerei selbst misstrauen würde, erscheinen keine konventionellen Ausstellungskataloge, welche die neue Entwicklung dokumentieren würden. Vielmehr gibt er im Helmhaus Zürich das Künstlerbuch „Prospect“ heraus und im Jahr 2000, zur Ausstellung in der IG-Halle, folgt das „artist book Schichtwechsel“. Es gelingt die Symbiose von Schrift und Bild. Das Interesse an Grafik und dem Spiel des reinen Kontrasts bleibt immer präsent. Die grossen Römer Radierungen zeugen davon. Klaus hat immer wieder Kreide-Zeichnungen erarbeitet, wie für die Ausstellung in der Galerie Staffelbach in Lenzburg. Weiter wird die Reihe übermalter Bücher gepflegt, die jetzt bis auf 300 Exemplare angewachsen sind. Die Bildgeflechte sind fragil. Der kleinste Zusatz verändert das Ganze und die Balance. Wie bei der Farbigkeit sind die Kompositionen gewagt. Der Künstler hat gelernt, oft inne zu halten und die Bilder lange stehen zu lassen.

Diese Haltung führt zur Maxime „Alles fliesst“. Die Ergebnisse des Malakts ergeben sich im Malakt selbst. Das Fliessen ist die Sprache der Malerei. Es ist nicht der Zufall oder die wilde Gestik, sondern immer die Kontrolle von malerischer Erfahrung, von der Balance zwischen Form und Farbe, Chaos und Ordnung oder Offenheit und Harmonie. So hat sich der Künstler über gut dreissig Jahre hinweg die Malerei als „geschmeidigen Wachs“ angeeignet. Die Bilder, Zeichnungen und die übermalten Bücher stellen sich ein als die späten Früchte der Lebenserfahrung, die sich im unablässigen Arbeiten vollzieht
.
Klaus hat sich immer einer vorschnellen Fixierung entzogen. Die Malerei scheint sich gerade zu im Umstand zu manifestieren, dass sie auf keine gängigen Formeln festgelegt werden kann. Rezepte zur Erklärung der Malerei haben gefehlt. Dieser Umstand ist Klaus bewusst. Er hat die Diskrepanz zwischen sichtbarer Qualität und Anerkennung geduldig und weise hingenommen und immer in seiner Art weiter gearbeitet. Die Freiheit des Malens und des Malers ist sein rares Gut.

Das BuchKlaus Born Malerei 2006/7 im Verlag Scheidegger und Spiess, Zürich“ Texte zur Biografie von Sybille Omlin und Guido Magnaguagno,  gibt einen guten Überblick über das Schaffen. Klaus hat viel „abgeschüttelt“: die Energie der Bergwelt, die Rebellion der Jugend, das Können des Lehrers, die Last der Geschichte und Literatur, die Verzweiflung an Politik und Gesellschaft. Dafür hat er das Füllhorn der Farben, den Tastsinn für Gleichgewichte, die Lust auf Abenteuer, die Freiheit des Wartens, das Nichtstun, der permanente Wechsel und der Wandel der Zeit erhalten. Diese sind die Meriten, die nicht einfach so zufallen. Klaus ist ein Einzelgänger und seine Malerei damit einzigartig. Ein überaus entwickeltes, fein verästeltes Sensorium nährt eine ästhetische  Erfahrung, die eine traumwandlerische Sicherheit auf einem hohen Seil verströmt.

Am 17. Januar 2021 um, 11 Uh präsentiert Klaus, im Gespräch mit Klaus Merz, seine Künstlerbücher im KKG des Kunsthauses Glarus

Eduard Hauser

Autor

Kulturblogger Glarus

Kontakt

Hauser Eduard
Blogger
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hauser.eduard@gmail.com

Kategorie

  • Glarus

Publiziert am

04.12.2020

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