Bild: flickr.com/glarus | Spot Media
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Kultur, Gesellschaft & Leute

Ideen für die Innenstadt – Teil 2

Die Kulturblog-Serie mit den Eingaben zum Studienprogramm für die Innenstadtentwicklung geht weiter. Der Verein KlimaGlarus.ch hat seine Ideen öffentlich zugänglich gemacht. Was dabei im Zentrum steht: das Klima natürlich. Um das Klima im weitesten Sinn geht es auch im öffentlichen Raum: Ist es gut, verbringen die Menschen gerne ihre Zeit darin.

Bis am 12. September 2022 konnten Privatpersonen und Organisationen ihre Ideen zum Studienprogramm einreichen. Wie lang die Serie wird, hängt von Ihnen ab.

Teil zwei besteht aus vier Ideen und einer Anregung des Vereins KlimaGlarus.ch.

Wollen auch Sie oder Ihre Organisation Ihre eingereichten Ideen im Kulturblog zeigen? Dann schicken Sie diese an kulturblog@glarneragenda.ch – ich kümmere mich für Sie um die Veröffentlichung.

Ausbau autofreie Zonen

Wir beantragen, dass in der Studie geprüft wird, wo überall  autofreie Zonen in der Innenstadt möglich sind und wie diese zu wertvollen Oasen umgestaltet werden können.
Begründung: Autos verursachen Lärm und viele Treibhausgasemissionen. Bislang kennt die Stadt Glarus nur eine kurze autofreie Strasse, und zwar die Gemeindehausstrasse. Wir sehen rund um das Stadtzentrum ein hohes Potenzial für autofreie Zonen. Sie sind ein einfaches, aber sehr wirksames Mittel, um die Lebensqualität stark zu erhöhen. Die Attraktivität kann stark erhöht werden, indem die Zonen nicht nur autofrei sind, sondern zusätzlich auch als Begegnungszonen mit passender Infrastruktur gestaltet werden.

Klimaangepasste Entwicklung der Innenstadt

Wir beantragen, dass im Studienprogramm die Stadtentwicklung unter Berücksichtigung der Klimaerwärmung gemacht wird. Begründung: Die Hitzebelastung in den Städten (am Tag und in der Nacht) wird aufgrund des Klimawandels in Zukunft weiter stark zunehmen. Das Mikroklima spielt dabei eine wichtige Rolle. Eine Begrünung, insbesondere Bäume, schaffen ein angenehmeres Klima und fördern zudem die Biodiversität. Weitere Stichworte sind Frischluftschneisen, Wasserverfügbarkeit für Trinkwasser, Kühl- und Brauchwasser, aber auch die Sensibilisierung der Bevölkerung. All diese Punkte müssen in der Studie berücksichtigt werden.

Demokratie auf dem Zaunplatz sichtbar machen

Wir beantragen, dass in der Studie geprüft wird, wie auf dem Zaunplatz die direkte Demokratie sicht- und erlebbar gemacht werden kann. Begründung: Der Blick auf das aktuelle globale Geschehen zeigt, dass unsere Landsgemeinde eine kostbare Institution ist, welche gelebt und gefördert werden muss. Sie soll uns und unseren Gästen immer wieder deutlich machen, dass die direkte Demokratie das Zusammenleben einer Gesellschaft friedvoller macht. Mit einer entsprechenden Gestaltung oder einer dauerhaften Installation kann der positive Geist unserer Landsgemeinde spürbar gemacht werden. Anstelle von Autos könnte der historische Platz ganzjährig als Ort der freundlichen Begegnung, der offenen Diskussion und des Fortschritts genutzt werden.



Velo fördern


Wir beantragen, dass in der Studie geprüft wird, wie in der Stadt das Velo oder andere nicht motorisierte Fortbewegungsmittel gefördert werden können. Begründung: Heute dominiert das Auto das Bild von der Stadt Glarus und verdrängt fast alle alternativen Fortbewegungsmöglichkeiten. Die Infrastruktur ist für das Velo wenig freundlich gestaltet (keine Velowege und wenige Veloparkplätze an geeigneten Stellen). Das Velo ist eine sinnvolle Alternative zum motorisierten Individualverkehr. Es braucht weniger Platz, verursacht kaum Lärm und vor allem keine Treibhausgasemissionen. Nebst mehr Velowegen und Veloparkplätzen können die Ideen eines Velo-Hubs, Velo-Sharing, Velo-Cargo Angeboten geprüft werden.

Anregung

Im Übrigen sollen die Rahmenbedingungen des Kantons hinterfragt werden. Eine zukunftsorientierte Innenentwicklung ist nur möglich, wenn die Gesamtsituation inklusive der Hauptstrasse berücksichtigt wird. Wir empfehlen, dass trotz dieser Rahmenbedingungen in der Studie aufgezeigt wird, was für die Menschen in Glarus gewonnen werden könnte, wenn man diese Auflagen öffnet, um Denkverbote zu vermeiden. Idealerweise profitiert auch der Kanton von dieser Studie und kann sich ein Bild über die Chancen einer ruhigen Innenstadt machen.

#innenstadt

Eingabe: KlimaGlarus.ch
Publikation: Werner Kälin, Ennenda

Autor

Kulturblogger Glarus

Kategorie

  • Gesellschaft
  • Kultur

Publiziert am

19.09.2022

Webcode

www.glarneragenda.ch/JVPKSw