Papierarbeit als Basis für skulpturale Arbeiten
Papierarbeit als Basis für skulpturale Arbeiten
Marmorskulptur
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Holzskulpturen
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Metallskulptur
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Glarner Kunstverein im Kunstmuseum Chur

Flurin Bisig hat im Kunstmuseum Chur seine Skulpturen aus Metall, Holz oder in Marmor ausgestellt. Der Glarner Kunstverein folgte am 17.8.19 einer Einladung mit einem  Gespräch zwischen dem Künstler und Judith Welter, Direktorin Kunsthaus Glarus.

Am 17.8.19 hat eine stattliche Anzahl Kunstinteressierte das Kunstmuseum Chur besucht. Anlass war die Ausstellung von Flurin Bisig und die Besichtigung der Sammlung. Flurin Bisig stammt aus dem Engadin, ist im Kanton Luzern aufgewachsen und lebt seit einem Jahr in Glarus, mit Atelier in Netstal. Er ist weit gereist und hat für seine künstlerische Arbeit im internationalen Umfeld Impressionen gesammelt.


Der weite Horizont wird im Gespräch spürbar, weil er viele Wahrnehmungen aus Städten und Ländern zusammenführen kann. Seine Ausstellung umfasst Skulpturen in verschiedenen Medien wie Holz, Metall oder Marmor. Die handwerkliche Leistung der eleganten Skulpturen ist beeindruckend. "Das lernt man doch nicht an der Kunsthochschule", meinte ich. Er bestätigt dies und führt an: "Das handwerkliche Geschick habe ich von Handwerkern gelernt, sei es auf dem Bau oder bei der Produktion von Gegenständen".


Judith Welter, Direktorin Kunsthaus Glarus, führt einen interessanten Dialog mit dem Künstler. Dieser führt ins Innenleben der gezeigten Skulpturen und die gedanklichen Prozesse, die bei der Entwicklung der Arbeiten anklingen. Am Beginn einer Entwicklung stehen immer Zeichnungen, aus denen heraus später Modelle entstehen. Parallel zur Entwicklung von Skulpturen gibt es eine seit Jahren andauernde Folge von Papiercollagen, bei welchen das Papier nach vorbestimmten Regeln gefaltet wird und so eine Art Zeichnung mit Material entsteht. Dieses Vorgehen berührt, mit seiner rigiden Ausgangslage, Aspekte der Blindheit und des Zufalls. Ein Modell entsteht über den gedanklichen Prozess, in Verbindung mit den Sinneswahrnehmungen oder Empfindungen. Die Gefühlswelt ist nicht zentral.


Der Titel der Ausstellung ist "am Saum des Sinnes". Der Saum ist eine Grenze, die der Künstler im Verlauf der Erarbeitung der Skulptur immer wieder auslotet. Bei diesem Ausloten von Grenzen spielt die Intuition mit Zugang zum Unbewussten eine tragende Rolle. Die Bewusstseinsbildung führt die Elemente des Denkens, der Sinneswahrnehmung und der Intuition zusammen. Das Modell wird im weiteren Fortschritt in die endgültige Form überführt. Die verwendeten Materialien spielen dabei eine entscheidende Rolle. Bei den Holzarbeiten sind Strukturen des Materials und verschiedene Farben sichtbar, die den Skulpturen Lebendigkeit geben. Anders ist es bei den Metallarbeiten, die gekonnt geschnitten und zusammengefügt werden, mit dem Eindruck der Leichtigkeit. Der Marmor steht für sich selbst und ist in seiner Erscheinung edel. Der gestaltete Sockel bei der Marmorarbeit unterstreicht die Bedeutung der Unterlage.

Wie bei der Wahl der Titel, eröffnet sich eine Richtung der Lesbarkeit und des Verstehens einer Arbeit. Die Skulpturen wirken im Raum und in der Zeit elegant und direkt. Der Betrachter ist eingefangen in ein Wahrnehmungserlebnis, welches die Gestalt der Erscheinung ohne Firlefanz näher bringt. Der Einfachheit der Formen steht der Anspruch der Perfektion gegenüber. Der Besucher sucht die Nähe der Skulpturen, die ohne Komplexität auskommen. Beeindruckend ist auch, dass der Künstler die Arbeiten von Anfang bis zum Schluss selber ausführt. Er ist also mehr als nur Designer oder Planer, wie das heute bei vielen Kunstschaffenden üblich ist. Der Künstler ist Schöpfer von einfachen und ästhetischen Werken, die beeindruckend sind.

www.flurinbisig.com

Verfasser: Eduard Hauser

Autor

Kulturblogger Glarus

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Hauser Eduard
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hauser.eduard@gmail.com
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Kategorie

  • Kultur
  • Glarus
  • Graubünden

Publiziert am

27.08.2019

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