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Kultur, Dies & Das, Reise

Eine kulturelle Perle in Glarus Süd

Er gilt zurecht als Perle im Glarnerland. Der Zirkus Mugg in Betschwanden, wo die Kultur stets im Zentrum ist: die Artist*innen, das Lachen, das Staunen. Mugg, das ist Einzigartigkeit durch Kombination aus Freizeit und Ferien, Unterhaltung und Show, Gastronomie und Gastlichkeit. Dieses Wochenende startete das beliebte Weihnachtsvarieté wieder, nachdem es vor einem Jahr coronabedingt ausfiel.

Mit einer siebenköpfigen Kinderschar hängte Urs Muggli Mitte vierzig seinen bürgerlichen Job an den Nagel, zog in einen Wohnwagen und machte sein Hobby, die Clownerie, zum Beruf. In wenigen Jahren baute er den Zirkus Mugg, zuerst in Engi und heute in Betschwanden, auf. Clown Mugg starb 2019 überraschend. Heute betreiben zwei seiner Söhne und deren Familien den Zirkus. Die Geschichte der Perle im Glarnerland beschreiben und bebildern Madeleine Kuhn-Baer und Sasi Subramaniam in einem grossen Buch.

Über den Zirkus Mugg

  • Gründungsjahr: 2005
  • Angebot: Eventlocation, Bio-Gastronomie, Unterhaltung, Gruppenunterkunft, Schulprojekte
  • Anzahl Mitarbeitende: 11 und viele Freelancer
  • Anzahl Gäste pro Jahr: zirka 10’000




Der Zirkus Mugg lebt von artistischen Auftritten, Zirkuserlebnissen und Aktivitäten in und ausserhalb der Zirkusstadt. Wie viele andere Kultur- und Freizeitanbieter war und ist auch der Zirkus Mugg von den Corona-Einschränkungen betroffen. Ich wollte mehr darüber wissen und erfuhr mehr – von Stephan Muggli und den Hürlimanns.


Drei Fragen an Stephan Muggli

Was bedeutete der Beginn der Corona-Massnahmen 2020 für den Zirkus Mugg – wie ist der Betrieb mit den Einschränkungen umgegangen?

Stephan Muggli: Die Pandemie stellte uns sehr schnell vor ganz grosse Ungewissheiten. Wie ganz viele andere Betriebe, konnten wir praktisch von einem Tag auf den anderen nicht mehr arbeiten und wussten nicht, wann wir wieder vor Zuschauern auftreten, für Gäste kochen und Gruppen beherbergen dürfen. Für uns war es aber wichtig, auf keinen Fall zu resignieren. Wir suchten Ideen, wie wir in dieser Zeit aktiv bleiben konnten. So entstand unser Zirkusbeizli. Milu entwickelte zusammen mit Lanik das Familienstück Verrückt im Apfelglück, wir gingen auf Tournee zu den Altersheimen und später auch zu Institutionen für Mensch mit Behinderung. Wir erfuhren in dieser Zeit grossen Zuspruch, gerade weil wir immer aktiv blieben. Das war sehr motivierend und ist es immer noch.

Wie lief die Saison 2021 – was war anders als in früheren Jahren und was war wieder möglich nach 2020?

Stephan Muggli: Die Sommersaison 2021 war vor allem kürzer als normal. Sie startete aufgrund der Einschränkungen im Frühling erst verspätet und langsam. Schön war, dass wir spürten, wie viele Menschen nach all den Entbehrungen ein starkes Bedürfnis nach Unterhaltung und gemeinsamen Erlebnissen hatten. Glücklicherweise konnten wir während des Sommers einen Grossteil der geplanten Veranstaltungen durchführen. Die ganzen Schutzkonzepte und -massnahmen führten zwar zu einem erheblichen Mehraufwand, den wir aber gerne auf uns nahmen. Hauptsache, es ging wieder etwas. Jetzt steht das Weihnachtsvarieté an. Darüber freuen wir uns enrom – gerade auch, weil wir dieses im vergangenen Winter absagen mussten, und weil wir es kaum erwarten konnten, das neue Programm aufzuführen.

Wie sieht der Winter im Zirkusdorf aus – wie lebt und arbeitet die Zirkusfamilie in der kalten Jahreszeit und was erwartet die Gäste?

Stephan Muggli: Im Winter liegt unser Fokus vor allem auf dem Weihnachtsvarieté mit einer abwechslungsreichen Show und einem frisch zubereiteten Vier-Gang-Menü. Dafür laufen die Vorbereitungen schon seit einigen Monaten. Im November arbeiten wir praktisch nur auf das Varieté hin: Da wird am Bühnenbild gebaut, genäht, geprobt und organisiert. Nach der letzten Varieté-Vorstellung am 8. Januar 2022 wird es etwas ruhiger. Neben einzelnen Banketten und Auftritten arbeiten wir dann an der Infrastruktur, damit diese im Frühling wieder voll für die neue Saison bereit ist. Die Zirkusfamilie und einzelne Mitarbeitende wohnen auch im Winter im Zirkusdorf in Wagen. Besonders gemütlich ist es, wenn draussen der Schnee fällt und man im Wagen vor einem wärmenden Feuer sitzt. Wenn es zu stark schneit, müssen wir den warmen Wagen allerdings verlassen und die Zelte sowie die unzähligen Wagen vom Schnee zu befreien.

Über Stephan Muggli

  • Funktion im Betrieb: Mitglied der Geschäftsleitung
  • Alter: 37 Jahre
  • Familie: verheiratet, 2 Kinder
  • weitere Tätigkeiten: Landrat





Eine Frage an zwei Hürlimanns

Ihr seid zwei wasschechte Fans vom Zirkus Mugg – was zeichnet ihn für Euch aus?

Rolf Hürlimann: Er ist einzigartig, ein Leuchtturmprojekt – weit über das Glarnerland hinaus. Er ist gleichermassen ein Bildungs-, als auch ein Kultur- und Tourismusunternehmen. Er bringt ganz unterschiedliche Menschen zusammen, verbindet und integriert. Dies ganz nach dem Motto «Mit Kopf, Herz und Hand» von Johann Heinrich Pestalozzi. Er passt zu 100 Prozent ins Glarner Grosstal und zur Entwicklungsstrategie von Glarus Süd. Einen besseren Werbeträger kann man sich gar nicht wünschen. Und zunehmend gewinnt er auch an wirtschaftlicher Bedeutung.

Vreni Hürlimann: Die Zirkusfamilie ist Mieterin in unserem Fabrikgebäude in Betschwanden. Wir sind also nicht ganz unabhängig (lacht). Aber es ist schon so: Der Zirkus Mugg ist einzigartig. Dahinter stecken Menschen mit einem grossen Herz. Zuerst Gründer Urs Muggli selig und jetzt die beiden jungen Familien und ihr Team. Sie sind gleichermassen Artisten, Sozialpädagogen, Gastgeber, Gastronomen, Event-Manager, Handwerker und Unternehmer. Für unsere Familie entstand der erste Kontakt via Zirkuslager. Damals noch in Engi. Heute ist es das Weihnachtsvariété. Leider haben dieses Jahr wegen der Zertifikatspflicht einige vorangemeldete Gruppen abgesagt. Umso wichtiger ist es, dass Private und neue Gruppen die Lücke füllen.



Am kommenden Wochenende steht das Weihnachtsvarieté im Zirkus Mugg auch auf meinem Plan. Nach den bisherigen Stippvisiten im Zirkusbeizli und an einem Geschäftsanlass, wird auch das Variéte mein Staunen über den Zirkus Mugg noch wachsen lassen. Bis am 8. Januar 2022 stehen Abend-, Familien- und Nachmittagsvorstellungen sowie das Silvestervarieté auf dem Programm.


Autor: Werner Kälin, Ennenda

Autor

Kulturblogger Glarus

Kategorie

  • Bühne
  • Kultur
  • Reise
  • Ostschweiz

Publiziert am

28.11.2021

Webcode

www.glarneragenda.ch/EubEMm