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Ausstellung "entwurzelt und ausgeliefert"

Der Kunstschaffende Peter Leisinger zeigt im Anna Göldi Museum seine Skulpturen zum Elend von Menschen auf der Flucht unter dem Titel "entwurzelt und ausgeliefert". Die Ausstellung dauert noch bis am 24. Oktober,  jeweils Mittwoch bis Sonntag von 13:30 bis 18 Uhr.

Die Anzahl Flüchtlinge global hat sich auch während der Corona-Pandemie weiter ausgeweitet. Nach dem Bericht der UNO sind es 2020   82,4. Millionen Menschen, die auf der Flucht sind. Im Vergleich zu 2019 sind dies 3% mehr Flüchtlinge. Zwei Drittel der Flüchtenden stammen aus fünf Ländern; Syrien, Venezuela, Afghanistan, Südsudan und Myanmar. 42% der Flüchtlinge sind jünger als 18 Jahre. Die Mädchen und Jungen sind allein auf der Flucht und sind ganz besonders gefährdet.

Die Flüchtlinge leben vor allem in Ländern mit niedrigem Einkommen oder Ländern, die an Kriegsgebiete grenzen. Die am wenigsten entwickelten Länder haben 27% alle Flüchtlinge aufgenommen. Diese Zahlen bezeugen das Elend und die Not von flüchtenden Menschen. Es ist ein Verdienst der Anna Göldi-Stiftung dieses Thema aufzugreifen und mit künstlerischem Hintergrund darzustellen.



Der Arzt und Künstler Peter Leisinger hat einen interessanten Lebensweg hinter sich. Die mehrjährige Arbeit in Indien und Bhutan, wo er mit seiner Frau Maria in der humanitären Arbeit tätig war, hat die Arbeit als Plastiker nachhaltig geprägt. Die ernsthafte und engagierte Dimension seiner Arbeit zur Tragik des Flüchtlingselends spiegelt sich in den bei Anna Göldi gezeigten Arbeiten. Seit dem Indien-Aufenthalt, wo Peter Leisinger tibetische Flüchtlinge in Strassenlagern behandelte, ist die Flucht und Migration ein Thema in der Kunst geworden. Es geht um jene Menschen, die wegen Krieg, Verfolgung, materieller Not oder Klimakatastrophen ihre Heimat verlassen mussten. Viele dieser Menschen warten in Flüchtlingslagern auf eine unbekannte Zukunft, verbunden mit Risiken und Ängsten.

Diese Erfahrungen beeinflussen die künstlerischen Arbeiten des Paares, die in der Ausstellung „Entwurzelt und ausgeliefert“ einen nachhaltigen Ausdruck findet.


Peter Leisinger zeichnet und malt seit seiner Kindheit. Zeichnungen sind bei vielen Plastikern die Basis für die Umsetzung der Gedanken in eine Skulptur.   Seit 1993 hat er den Werkstoff Holz entdeckt. Seither ist in vielen Figuren Leben eingehaucht worden. Im Zentrum der Arbeit stehen Lebewesen; Menschen und Tiere und ihre Beziehungen untereinander. Im Werk schimmern auch Humor, Verspieltheit und Lebensfreude durch.

Die künstlerische Arbeit ist der Versuch eine eigene Sprache zum Thema zu finden. In einem Kunstwerk ist häufig etwas Unerklärbares zu finden, das nicht durch die Sprache aber die gestalterische Darstellung seinen Ausdruck findet. Bei der Ausstellung im Anna Göldi Museum konzentriert sich das Paar auf die Darstellung des Wartens in Flüchtlingslagern. Die gezeigten Werke „Durchreisende“ und „Gespräche in einer Lagersituation“ sind in der Ausstellung zentral und sprechen von den erwähnten Situationen, in welchen sich die Flüchtlinge befinden.


Die gezeigten Figuren sprechen eine klare und direkt nachvollziehbare Sprache. Die Geschichten der dargestellten Personen haben keine Geheimnisse, die von den Betrachtenden der Kunstwerke nicht nachvollzogen werden können. Die Werke sind offen zugänglich. Sie sind in ihrer Aussage klar, so dass weitere Interpretationen nicht nötig sind und den Betrachtenden überlassen werden.   Die Einzelschicksale und die Charakteren der Menschen stehen im Zentrum und zeigen deutlich auf, in welchen Situationen sich die Flüchtenden befinden. Diese Offensichtlichkeit der handwerklich gut gemachten Skulpturen ist sehr direkt und löst bei den Besuchern:innen Denkprozesse aus, die mit rationalen Gefühlen gegenüber den betroffenen Menschen verbunden werden. Eine Ausstellung, welche die Besucher:innen mit den eigenen Lebenssituationen konfrontiert und aufzeigt, dass Vieles, das für uns selbstverständlich ist, eben nicht so ist. Mit dieser Konfrontation spiegelt sich, aus meiner Sicht, auch die Botschaft des Künstlers.


Eduard Hauser


 

Autor

Kulturblogger Glarus

Kontakt

Hauser Eduard
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Biäschenstrasse 10
8872 Weesen
hauser.eduard@gmail.com
079 375 81 99

Kategorie

  • Glarus

Publiziert am

29.08.2021

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