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Dies & Das

Arbeitsmarkt Schweiz im "Voll-fit-Modus?"

Trotz Epidemie ist der Arbeitsmarkt Schweiz in Takt. Die Ampel steht auf „Grün“. Es gibt mehr Beschäftigte als vor der Pandemie und viele Firmen wollen mehr Personal einstellen. Die Dynamik und Flexibilität des Arbeitsmarkts Schweiz scheint sich zu bestätigen. Allerdings sind die Folgen der Ausbreitung von Omikron offen.

Arbeitsmarkt und Pandemie

Die Epidemie hat im Arbeitsmarkt auch Verlierer hinterlassen. Es sind vor allem junge Erwachsene, selbständig Erwerbende und Angestellte mit tiefen Pensen. Bestätigung findet, dass die Frauen von starken, konjunkturellen Verwerfungen betroffen sind.

Die Erhaltung der Flexibilität im Arbeitsgesetz ist ein sicherer Wert um Arbeitsmarkteinbrüche zu verhindern. Die Arbeitslosentaggelder sind erhöht worden und die Arbeitslosigkeit hat sich moderat nach oben bewegt. Ebenso sind die Bezugsdauer und Ersatzrenten angepasst worden, was mittel- bis langfristig keine Lösung struktureller Probleme im Arbeitsmarkt bedeutet. Im Gegenteil; der nötige Strukturwandel im Arbeitsmarkt könnte gehemmt oder verhindert werden.

Die Erfahrungen aus der Pandemie zeigen, dass wenig Entlassungen ausgesprochen worden sind und dass weniger Arbeitsstunden geleistet wurden. Im ersten Lockdown ist die Erwerbsquote gesunken und die Arbeitslosenquote hat sich um 0,8% erhöht. Das Arbeitsvolumen hat sich 2020 um 3,7% verringert. Aktuell steigen die Infektionszahlen wegen Omikron stark an. Die getroffenen Massnahmen und der Flickenteppich reichen nicht aus die Welle zu brechen. Es fehlen 118000 Arbeitnehmende an den Arbeitsplätzen. Die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigungen wird an hohe Hürden geknüpft.  Die Quarantänedauer wurde unterschiedlich nach unten korrigiert und in den Schulen laufen die Diskussionen, um die Ansteckung der Betroffenen zu verhindern. Für den Arbeitsmarkt ist gefährlich, dass es zu Personalknappheit kommen kann und die Kapazitäten der Wirtschaft eingeschränkt werden. Ein Beispiel sind die Personal-Engpässe bei den SBB. Es kann sein, dass die Pandemie auf den Arbeitsmarkt nachhaltig negativ  Einfluss nimmt.

Die Kurzarbeitsentschädigung hat Milliarden gekostet, aber 120 000 Stellen gerettet. Das sind immerhin rund ein Viertel aller Arbeitnehmenden. Es wird vermutet, dass die Arbeitslosigkeit bei 3,3% statt bei 5,5% angekommen ist. Man musste sich fragen, ob mit den Entschädigungen und der Verlängerung der Bezugsdauer auf 180 Tage die Arbeitslosigkeit aufgeschoben worden ist. Die aktuellen Signale aus dem Arbeitsmarkt können dies nicht bestätigen.

Die Löhne sind 2020 stabil. Inflationsbereinigt kann ein Anstieg von 1,5% beobachtet werden. Dies wird auch bei tiefen Lohnklassen beobachtet. Trotzdem muss man sich fragen, wie weit die Schere der Einkommensunterschiede noch aufgehen wird.

Die Homeoffice Arbeit ist bei den Betroffenen gut aufgenommen worden. Einschränkungen hat es bei den Präsenzzeiten für Junge, bei den mobilen Personen und bei karrierebewussten Personen gegeben. Trotz all den positiven Entwicklungen ist die Bevölkerung nicht mehr so hoffnungsvoll bezüglich ihrer Zukunft. Dies zeigt das Hoffnungsbarometer der HSG 2022. Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung, 55,6%, ist mit ihrem Leben zufrieden. Nur ein Viertel ist aber mit der Politik zufrieden und 50% sind sogar unzufrieden.

Voll-fit-Modus?

Aktuell gibt es nach dem Manpower-Index so viele offene Stellen wie seit 2005 nicht mehr erlebt. Wichtig wird die Rückkehr zum Arbeitsplatz mit Impfnachweis, soweit der Monitor Schweiz der Credit Suisse.

Die Beschäftigung im ersten Quartal 2021 lag 0,9% über dem Vorkrisenniveau. Für 2022 rechnet Credit Suisse mit einem Beschäftigungswachstum von 1,2%. Seit Frühjahr 2021 ist die Anzahl ausgeschriebener Stellen gestiegen und erreichte im dritten Quartal ein Rekordhoch. Für Arbeitgeber ist es schwieriger offene Stellen zu besetzen. Der Arbeitskräftemangel macht sich vor allem in der IT-Branche, bei den Architekten, der chemisch-pharmazeutischen Industrie und im Maschinenbau bemerkbar. In der IT-Branche kann allerdings festgehalten werden, dass Grossfirmen viele IT-Leute aus dem Ausland rekrutiert haben. Andererseits ist in der IT die Arbeitslosigkeit ein Thema. Bedeutet dies, dass Schweizer IT-Personen die gestellten Anforderungen der Arbeitsplätze nicht hinreichend erfüllen?

Auch im Gesundheits- und Sozialwesen gibt es mehr offene Stellen als nach Arbeit Suchende. Im Oktober 2021 waren rund 3000 Pflegehelfer:innen auf Stellensuche. Die Arbeitslosenquote ist in diesem Beruf, trotz Pflegenotstand, seit Anfang des letzten Jahres um 0,1% auf 3,7% angestiegen; im Vergleich mit der gesamten Volkswirtschaft sind es 2,5% Arbeitslose. Bei den Fachkräften Gesundheit ist die Arbeitslosenquote seit Anfang 2020 um 0,9% auf 3,1% gestiegen. Bei den Fachkräften Gesundheit suchen knapp 1500 Personen eine Stelle. Bei den diplomierten Pflegefachpersonen bewegt sich die Arbeitslosenquote unter 1%, was rund 1000 Personen entspricht. Gut ausgebildete werden noch stärker gesucht, die anderen haben mehr Mühe. Personen mit guter Ausbildung zu finden ist schwierig. Die weniger gut Ausgebildeten sind relativ einfach zu finden. Diese Personen haben häufig einen Migrationshintergrund oder können sich eine gezielte Weiterbildung nicht leisten.  Diese Entwicklung ist auch in anderen Branchen zu beobachten.  Es ist zu vermuten, dass in den Alters- und Pflegeheimen vermehrt Betten leer stehen, weil viele Bewohner:innen am Coronavirus gestorben sind. Weniger Personen wollen ins Altersheim eintreten. Vielleicht aus Angst davor, wieder eingesperrt zu werden.

In der Gastronomie ist die Arbeitsmarktanspannung weniger gross. Das berücksichtigt aber nicht, dass viele aus dem Gewerbe während der Pandemie sich in anderen Branchen neu orientiert haben. Es sind rund 18% der Mitarbeitenden in der Gastronomie, die sich neu orientiert haben. Über alle Branchen hinweg haben sich 9% der Mitarbeitenden neu orientiert. Die Rekrutierungsprobleme führen zu Lohndruck. Credit Suisse geht von einem nominalen Lohnwachstum von 0,8% aus. Wesentlich für 2022 ist, was mit der Inflation geschieht. Es kann sein, dass mit leicht sinkenden Reallöhnen gerechnet werden muss.

Beschäftigungsaussichten

Manpower schätzt die Beschäftigungsaussichten positiv ein. Es gibt regionale Unterschiede. Die Firmen der Zentralschweiz sind besonders zuversichtlich. 50% der Firmen planen Personal einzustellen. Auch Zürich und das Mittelland zeigen mit 33% Optimismus. In der Genferseeregion sind es 25%. Nur im Tessin liegt der Beschäftigungsausblick bei minus 5%.  Im Mittel planen aber 42% der Firmen mehr Personal anzustellen. Nur 12% sehen Entlassungen vor. Das bedeutet einen Beschäftigungsausblick von 30%.

Für die Firmen ist es wichtig, dass sie sich dem Markt anpassen, damit sie die Vakanzen besetzen können. Gelingt es einer Firma bei der Gewinnung und Bindung von Talenten an vorderster Front zu sein? Das ist eine wesentliche Frage, welcher sich die Firmen stellen müssen.

Immer wichtiger wird der Impfnachweis. Im zweiten Quartal 2021 hatten 49% der Firmen diesbezüglich noch keine Pläne für Richtlinien. Sie wollten den Impfentscheid ausschliesslich den Mitarbeitenden überlassen. Aktuell sind es nur noch 24% der Firmen, die keine Pläne oder Richtlinien wegen der Impffrage haben. 15% der Firmen schreiben für die Rückkehr an den Arbeitsplatz eine Doppelimpfung mit Nachweis vor. 13% sind in der Planung für die Nachweispflicht und 21% der Firmen sehen die Impfung als Pflicht für bestimmte Mitarbeiterrollen vor. Die Unternehmensgrösse hat Einfluss  auf den Impfzwang. Viele Firmen vertrauen auf Anreize sich impfen zu lassen. Am ehesten schreiben mittelgrosse Firmen die Impfung vor. Die kleinen Firmen überlassen die Impfung am ehesten dem Einzelnen.

Fazit

Der Arbeitsmarkt ist im „voll-fit-Modus“, ohne Berücksichtigung der aktuellen  Omikron-Entwicklung.  Die Aussicht auf Arbeit ist nach Branchen und Regionen verschieden. Gut beraten ist jeder Arbeitnehmer sich aus- und weiterzubilden. So steigen die Chancen eine Anstellung zu behalten oder zu finden.

Eduard Hauser

Autor

Kulturblogger Glarus

Kontakt

Hauser Eduard
Blogger
Biäschenstrasse 10
8872 Weesen
hauser.eduard@gmail.com
079 375 81 99

Kategorie

  • Schweiz

Publiziert am

05.01.2022

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