Einladung zur Ausstellung
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Arbeit Lisa Eikrann
Arbeit Lisa Eikrann
Arbeit Lisa Eikrann - Der Besucher
Arbeit Lisa Eikrann - Der Besucher
Arbeit Lisa Eikrann - Der Knopfgiesser
Arbeit Lisa Eikrann - Der Knopfgiesser
Arbeit Lisa Eikrann
Arbeit Lisa Eikrann
Bergthrone - Installation
Bergthrone - Installation
Huldra - Skulptur
Huldra - Skulptur
Skulptur
Skulptur

Dies & Das

Antonio Wehrli Art Space zeigt Arbeiten von Lisa Eikrann

Vom 26. Juni bis 30. Juli sind die Werke von Lisa Eikrann unter dem Titel „Wenn die Berge dein Meer werden“ zu sehen. Die norwegische Szenografin und bildende Künstlerin, die seit sieben Jahren in der Schweiz lebt, thematisiert die Suche nach der Identität.

Lisa Eikrann - *1983 – ist in Norwegen geboren und lebt seit sieben Jahren in der Schweiz. Seit 2009 arbeitet die Szenografin und bildende Künstlerlin an der Beziehung zwischen Körper und Raum, mit Ausdrucksformen über Skulpturen, Installationen und Gemälden.

Der Grundgedanke dabei ist: deutlich zu machen, wie die Betrachter*innen ihre Umgebungen wahrnehmen - mit dem Ziel, Bewusstsein zu schaffen für die Physikalität und Identität im Zusammentreffen mit dem physischen Raum.

Seit 2015 hat die Arbeit eine neue Richtung erfahren. Die Erfahrungen der Künstlerin mit dem Theater und der Szenografie hat sie so genutzt, dass die Kulissen in die Galerie verlegt worden sind. Die Betrachter*innen befinden sich neu in der Kulisse und die Distanz in der Illusion des Theaters verschwindet. Es geht um die Frage, wie die Betrachter*innen sich zu einem Raum mit seiner Materialität verhalten. Ihr Selbstbild und ihre Gedanken werden über die räumlichen Erfahrungen reflektiert.

„Wenn die Berge dein Meer werden“ ist mit der grossen Veränderung im Leben von Lisa zu sehen. Das Meer ist in Norwegen ein grosser Teil des Lebens. Das Meer hat auf die Identität der Menschen einen nachhaltigen Einfluss. Vermeintlich gegenüber stehen die Berge, die mit ihrer starken Präsenz Menschen beeinflussen. Der scheinbare Gegensatz verbindet sich und führt zur Identität der Menschen in ihrem Umfeld.

Die Berge erfordern, dass die Menschen über den Horizont hinausdenken, und das Meer verlangt, dass die Menschen die Endlichkeit der eigenen Existenz akzeptieren. Das neue Leben im Glarnerland ist eine Metapher für die Veränderungen, die das Leben ausmachen.

Lisa zeigt eine ortsspezifische Installation, die einen Teil der Galerie bespielt. Nebst Skulpturen ist eine Auswahl an Bildern auf Holz zu sehen. Sie verwendet Sperrholz, malt mit Tinte und experimentiert mit den Eigenschaften dieser Oberflächen. Die begehbaren Installationen sind neu mit zweidimensionalen Bildern verbunden. Die Arbeiten sind sehr persönlich, verbunden mit der Sehnsucht nach dem Zuhause aus dem Norden, dort wo die Künstlerin die ursprünglichen Wurzeln hat.

Das Glarnerland begeistert durch die landschaftlichen Schönheiten. Die Veränderung des bisherigen Lebens braucht aber persönlich viel Kraft zum Aufbau der neuen Identität. Die Rolle als Mutter, Frau und Tochter ist für die Auseinandersetzung mit der Identität sehr wichtig.

Auf der Ebene der Kultur aus der Vergangenheit spielen der Dichter Henrik Ibsen und der Komponist Edvard Grieg eine wichtige Rolle. Lisa:“ Ich bin mit der Musik von Grieg aufgewachsen. Die Musik wird immer ein Teil von mir sein. Als Szenografin habe ich eine starke Beziehung zum dramatischen Gedicht  „Peer Gynt“ von Ibsen. Die Musik zur Bühnenaufführung von Grieg gehört dazu“. „Peer Gynt“ ist auf der Vorlage norwegischer Feenmärchen entstanden. Ibsen hat sich kritisch mit dem romantischen Nationalismus im Norwegen seiner Zeit auseinandergesetzt. Das Gedicht hat den Charakter eines Schelmenromans. Für dieses Vorhaben hat Edvard Grieg die 26-teilige Schauspielmusik „Peer Gynt“ komponiert. Die Uraufführung hat 1876 stattgefunden. Aus der Schauspielmusik hat der Komponist 1888 und 1891 die beiden „Peer Gynt-Suiten“ erschaffen. Für Lisa ist die Musik von Grieg auf der Gefühlsebene eine dynamische und geeignete Komposition für das Drama „Peer Gynt“. Grieg ist ein Meister  bei musikalischen Naturbeschreibungen. Musik, die mitten ins Herz trifft.

Die Hauptfigur der Geschichte ist der junge Bauernsohn Peer Gynt, der mit Lügengeschichten versucht, der Realität zu entfliehen. Er verdrängt, dass sein Vater Hof und Habe durch Misswirtschaft und zahlreiche Alkoholeskapaden verloren hat. In Peers Fantasiewelt ist die heruntergekommene Behausung nach wie vor ein strahlender Palast. Seine eigene Nichtsnutzigkeit verklärt er zur Heldenhaftigkeit. Seine Mutter überhütet und glorifiziert Peer, so wie wir das heute von den Helikoptereltern kennen.

Auf der Suche nach Liebe und Abenteuer findet sich Peer bald in einer Welt von Dämonen wieder. Er entführt Ingried, die Braut eines anderen, verlässt sie aber schnell. Gleichzeitig verliebt er sich in Solvejg, die ihn anfangs nicht erhört, sich aber später als grosse Liebe in sein Herz einprägt. Peer ist durch Sklavenhandel reich geworden. Alle seine Reichtümer werden ihm aber gestohlen. Nach einem Gebet versinkt das gekaperte Schiff und Peer findet sich mit seiner Armut ab und wendet sich Gott zu. Den Tiefpunkt seines Lebens erlebt er im Irrenhaus in Kairo. Alt und verarmt kehrt Peer in seine Heimat zurück. Peer vergleicht sich mit einer Zwiebel, die viele Hüllen, jedoch keinen Kern hat. Solvejg, die ein ganzes Leben auf Peer gewartet hat, stellt sich schützend vor ihn. Es wird ihm verziehen.

Die Geschichte von Peer Gynt ist für Lisa, in der neuen sozialen Rolle, wichtig geworden. Sie zeigt die Fazetten des Lebens, das sich einmal so ein anderes mal von einer ganz anderen Seite zeigen kann. Es geht um die Persönlichkeitsentwicklung und die Selbstbestimmung. Themen, die alle Menschen ein Leben lang begleiten. Die Suche nach der neuen Identität bei Lisa, „wenn die Berge dein Meer werden“ mit dem neuen Leben im Glarnerland, ist nachvollziehbar und verständlich wenn die Musik von Grieg und das Gedicht von Ibsen als Hintergrund der künstlerischen Auseinandersetzung aufgenommen werden.


Öffnungszeiten: Donnerstags, freitags und samstags von 14 bis 17 Uhr und auf Anfrage bei antonio@a-w.ch

 

Eduard Hauser

 

 

Autor

Kulturblogger Glarus

Kontakt

Hauser Eduard
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Biäschenstrasse 10
8872 Weesen
hauser.eduard@gmail.com
079 375 81 99

Kategorie

  • Glarus

Publiziert am

23.06.2021

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