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Weihnachtsgeschenke
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Glarus

Geburtstag Eduard Hauser am 24.12.....

Der persönliche Kulturblog-Beitrag zum 4. Advent respektive Heiligabend: Wie ist es eigentlich, am 24. Dezember Geburtstag zu haben? Das weiss Kulturblogger Eduard Hauser aus eigener Erfahrung und lässt uns teilhaben an seiner gedanklichen Reise zurück zu den Festtagen seiner Kindheit.

von Eduard Hauser, Kulturblogger

Ich, Eduard Hauser, habe am 24. Dezember Geburtstag. Ein etwas spezieller Tag, der  in meiner Kindheit auch so gefeiert worden ist. Einerseits ist es Pech, am 24. Dezember geboren zu sein, andererseits aber auch eine Chance, dass während des Jahres nochmals Geburtstag gefeiert werden kann. So ist es auch gewesen.

Der Namenstag „Eduard“ ist mit Freunden während der Kindheit mit einer Einladung gefeiert worden. Nebst Spielen gab es einen fein gedeckten Tisch mit feiner Leine und Würstchen in einer grossen Schale, mit Senf und mit Knusperzeug. Das ist mir in guter Erinnerung, weil ich nie den Eindruck hatte benachteiligt worden zu sein. 

Der 24. Dezember war immer auch noch ein Wunschtag. Ich konnte mir ein Mittagessen wünschen. Es waren Pastetli mit Milken-Füllung und Erbsen mit Ruebli, was aus heutiger Sicht immer noch  etwas Spezielles ist.  Wer isst noch Innereien und wünscht sich das jedes Jahr?

Für die Feier am Abend durfte ich auch noch die Dessert-Torte bestimmen. Also: Jedes Jahr das Gleiche, „same procedure as last Year“, wie es aus dem berühmten Sketch zum Jahresende bekannt ist. In unserer Familie ist ausgiebig gefeiert worden. Viele Geschenke im besten Papier lagen unter dem reich bestückten Kristbaum, behutsam vom Christkind eingepackt. Ich musste im Schlafzimmer warten, bis der Gang in die Stube mit der feierlichen Illumination betreten werden durfte. Da gab es natürlich Ideen und Erwartungen: „Kriege ich auch das, was ich auf dem Wunschzettel notiert und an das Christkind geschickt hatte?“ Ja, die Wünsche gingen in Erfüllung. Die Familie hat sich die Weihnachten etwas kosten lassen: immerhin vier Kinder mit Wünschen, die Eltern und eine Grossmutter waren zu bescheren. Selbstverständlich ist auch Hausmusik gemacht worden. Der älteste Bruder mit der Gitarre, die Schwester mit feierlichem Gesang und der ältere Bruder mit Trompete. Ich selbst habe mit der Klarinette „stille Nacht, heilige Nacht“, „oh Tannenbaum…“ oder „oh du fröhliche“ gespielt. Vater und Mutter haben leise mitgesummt. Grossmutter schon von Herzen. Der Applaus zum Hauskonzert war uns jedenfalls sicher.

Ein weiterer Höhepunkt war dann das Abendessen. Der Metzger aus dem Städtchen hat immer einen Beinschinken im Teig vorbeigebracht, der vor versammelter Runde professionell aufgeschnitten worden ist. Ein echtes Ritual, verbunden mit grossen Mengen Kartoffelsalat an spezieller Sauce. Dazu noch weitere Salate, die den Hauptgang abgerundet haben. Der Dessert dann die grosse, von mir ausgesuchte Torte, speziell vom Konditor für uns vorbereitet und vorbeigebracht.

Der Abend hat dann schliesslich seinen Ausklang gefunden, mit dem Besuch der Mitternachtsmesse, bei der selbst der Vater mitkommen musste. Sonst kein Kirchgänger, aber Weihnachten mit der Geburt von Jesus und Eduard ist schon speziell und muss auch gefeiert werden. Die opulente Messe mit Gold und Weihrauch habe ich immer gut überstanden, weil der Bauch gut gefüllt worden ist.

Der anschliessende Schlaf hat mich dann wieder in den Alltag zurückgeführt. Weihnachten ist für mich heute noch feierlich und schön zu begehen. Die Familie trifft sich nach wie vor regelmässig. Die Geschenke sind rar und bescheiden geworden und das Abendessen, ohne Fondue Chinoise, geht immer und jedes Jahr anders über die Bühne. Der Gang in die Mitternachtsmesse bleibt uns erspart.

Eduard Hauser

Autor

Kulturblogger Glarus

Kontakt

Hauser Eduard
Blogger
Biäschenstrasse 10
8872 Weesen
hauser.eduard@gmail.com
079 375 81 99

Kategorie

  • Glarus

Publiziert am

23.12.2023

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