Osmosis 18.5.2019 im Güterschuppen
Osmosis 18.5.2019 im Güterschuppen
Ausstellung 1990iger Jahre
Ausstellung 1990iger Jahre
Ausstellung 1990iger Jahre
Ausstellung 1990iger Jahre
Apéro zur Versammlung
Apéro zur Versammlung
Jahresbericht
Jahresbericht
Generalversammlung im Kunsthaus
Generalversammlung im Kunsthaus

Dies & Das

150 Jahre Glarner Kunstverein

Die Generalversammlung «150 Jahre Kunstverein» hat am 12. August 2020 stattgefunden.

Die Generalversammlung ist, wegen der Corona-Krise, vom 30. April auf den 12. August 2020 verschoben worden. Der Präsident des Kunstvereins, Kaspar Marti,  begrüsst die zahlreich erschienen Vereinsmitglieder und gibt einen Überblick über das Jahr 2019. Es ist die 150igste Generalversammlung. Der Kunstverein hat rund 600 Mitglieder. Schon bei der Gründung des Kunstvereins waren es 241 Vereinsmitglieder. Die Anzahl Teilnehmer*innen war, wegen der Corona-Schutzmassnahmen, etwas überraschend hoch. Der Kunstverein wird für Nachlassübernahmen häufig angefragt. Leider müssen von diesen Anfragen viele zurückgewiesen werden.

Ende Oktober ist das Kunsthaus wieder eröffnet worden. Die Sanierung beim denkmalgeschützten Gebäude wird in allen Kreisen als sehr gelungen bezeichnet, weil die Erfrischungen und Erneuerungen ganz der ursprünglichen Bauabsicht entsprechen.  Als Kompliment werden  Kommentare angesehen, wie: „man sieht ja gar nicht, was gemacht worden ist“. Behördliche Vorgaben mussten mit Kompromissen gelöst werden. Themen waren der Brandschutz oder der Vogelschutz. Die Anforderungen für den Vogelschutz ziehen sich weiter noch hin und kosten viel Geld.

Das Eröffnungsprogramm dauerte bis im Februar 2020 und zeigte, was im Kunsthaus alles gemacht wird. Nationale und internationale Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst und Programme zur Kunstvermittlung für  Interessenten,  Schulen und Kinder. Weiter ist, dank der Renovation, ein Schaudepot vorhanden welches ermöglicht in die Sammlung des Kunsthauses Einblick zu nehmen. Die Besucherzahlen bei den Eröffnungsfeierlichkeiten waren sehr hoch. Das ist unter anderem auf das grosse Interesse für die Architektur aus den 50iger Jahren zurückzuführen. Es kann auch festgestellt werden, dass die Programme der Ausstellung steigende Besucherzahlen auslösen.

Die Eröffnungsausstellung gestaltete der amerikanische Künstler Sam Pulitzer. Parallel dazu gab es eine Sammlungsausstellung. Der Schwerpunkt der Ausstellung, auf das Glarnerland bezogen,  setzten die beiden Künstler Fridolin Walcher und Martin Stützle. Sie verarbeiteten mit „Des Gletschers Kern“ ihren Aufenthalt in der Schweizer Forschungsstation  in Grönland. Die künstlerische Arbeit ist mit Fachbeiträgen von Klimaexperten ergänzt worden. Eine breite Palette von Rundgängen und Veranstaltungen rundete das Ausstellungsprogramm ab. Ein lukratives Buch ist zur Ausstellung erschienen.

Zu erwähnen ist das Kulturangebot für Dritte im KKG. Es gab in der Eröffnungsphase weitere Nutzungen. Die Jazzkonzertbesucherzahlen zeugten von einem breiten Zuspruch für das Angebot. Die Sammlung des Kunsthauses ist überarbeitet und gleichzeitig digitalisiert worden, so dass die Interessenten am Kunsthaus auf dem Internet in die Sammlung online Einblick nehmen können.

Für das Kunsthaus ist ein neues Leitbild in Arbeit. Der Vorstand und das Kernteam haben Teilbereiche einer Klärung und Verschriftlichung zugeführt. Die Bedeutung der Sammlung wird im Leitbild seinen Niederschlag finden. Schliesslich muss erwähnt werden, dass die Jahresrechnung des Kunstvereins ausgeglichen ist, sogar mit einem kleinen Gewinn abgeschlossen hat.  Die Stärkung der Finanzen ist wichtig, weil ein professionell geführtes Kunsthaus mit überregionaler Ausstrahlung eine solide finanzielle Basis braucht. Allerdings ist zu beachten, dass es nicht einfacher geworden ist Unterstützungen finanzieller Art zu erhalten. Die Schlussabrechnung der Renovation liegt vor. Die Kostenüberschreitung liegt im gültigen Rahmen, so dass die Behörden davon positiv Kenntnis nehmen können. Besonders erfreulich ist, dass die Vereinsmitglieder*innen zur Renovation CHF 840 000.—beigetragen haben.

Vor 150 Jahren ist der Kunstverein im Hotel „Drei Eidgenossen“ gegründet worden. Der runde Geburtstag wird mit verschiedenen Anlässen gefeiert. Der Güterschuppen ist nach wie vor in einer Zwischenphase der Nutzung. Es braucht eine Güterschuppen-spezifische Nutzung und Koordination mit anderen kulturellen  Anstrengungen im Glarnerland. Ein Kleinkunstraum soll nicht entstehen. Die konkreten Umsetzungspläne stehen noch aus.

Die Direktorin des Kunsthauses, Judith Welter, hat wiederum ein lukratives  Programm umgesetzt. Im Mai fand eine einmalige Show „Osmosis“ statt. Jan Vorisek hat den Anlass organisiert und koordiniert. Er brachte Musiker und Künstler*innen zusammen. Der Abend nahm ein experimentelles Format zwischen Performance, Konzert und Ausstellungssituation an. Ausgehend von den Hintergründen der Beteiligten gab es elektroakustische Kompositionen,  Jazz-Improvisationen, experimentelle Club-Musik oder Performance zu hören und zu sehen. Weiter war das Kunsthaus zu Gast im Freulerpalast, wo eine künstlerische Intervention zwischen PAX „Peace of Glass“ oder Piece of Glass“ stattgefunden hat. Eine kritische Auseinandersetzung zwischen der Kulturgeschichte im Palast und den Friedensbewegungen des 20.igsten und 21.igsten Jahrhunderts.  Ende Juni ist die Ausstellung von Bea Schlingelhoff eröffnet worden. Die Ausstellung hat sich mit dem Sammlungsteil „Glarner Militär und Waffen“ befasst und thematisierte sowohl die Geschichte des Museums wie auch spezifische Ereignisse. Das Ausstellungsjahr wurde mit einem vielfältigen Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm belebt. Anne Gruber, Kunstvermittlerin im Kunsthaus,  hat neue Formate im Schaudepot und Anlässe für Kinder geplant und umgesetzt. Erfreulich ist, dass pro Jahr zwischen 50 und 60 Klassen den weg ins Kunsthaus finden.  Neu gibt es öffentliche Rundgänge mit Mittagessen. Ein reichhaltiges Programm mit interessanten Anlässen, die trotz Corona-Krise aufgebaut und umgesetzt worden sind.

Zu den einzelnen Ausstellungen und Anlässen sind auf dem Kulturblog der Glarneragenda  - www.glarneragenda.ch unter Kulturblog - verschiedene inhaltliche Artikel publiziert worden.

Ein Rückblick auf die 90iger Jahre des Kunstvereins hat aufgezeigt, wie aus einem Amateurbetrieb ein professioneller Betrieb geworden ist. Der heutige Präsident hat diesen Prozess der Professionalisierung wesentlich vorangetrieben. Interessant ist, dass die Direktion des Kunsthauses seit einigen Jahren in den Händen von Frauen liegt. Kunst wurde zur damaligen Zeit wie bei Galerien angeboten. Von diesen Angeboten ist auch häufig Gebrauch gemacht worden. Der Tiermaler Hug hat bei seiner Ausstellung am meisten Arbeiten verkauft. Andere Ausstellungen waren beispielsweise  „Vallotton und die Badenden“, mit einer Vernissage im Kunsthaus und in der Badeanstalt in Netstal. Interessant auch die Ausstellung „Heldin“ mit dem Signet von Wilhelm Tell auf dem Cover des Katalogs.  Der heute international bekannte Künstler Urs Lüthi hat in dieser Zeit auch im Kunsthaus ausgestellt. Die Infrastruktur war für solche Anlässe noch sehr bescheiden, nicht zu vergleichen mit den heutigen Möglichkeiten. Es war eine Ehre im Kunsthaus ausstellen zu dürfen. Heute werden die Künstler national und international eingeladen. Ein Programm ist im Zentrum. Früher war es die Improvisation. Eine bewegte Geschichte, die von „Überzeugungstätern“ geführt worden ist und zum heutigen Leuchtturm-Charakter des Kunsthauses den Weg frei gemacht hat. Vergangenheit spiegelt sich in der Gegenwart, oder „Zukunft hat Vergangenheit“.

Autor: Eduard Hauser

Autor

Kulturblogger Glarus

Kontakt

Hauser Eduard
Blogger
Biäschenstrasse 10
8872 Weesen
hauser.eduard@gmail.com
079 436 45 66

Kategorie

  • Glarus

Publiziert am

13.08.2020

Webcode

glarneragenda.ch/j4dqWS